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MVB spendet 1.500 Euro an Mainzer Dombauverein

 

Am 11.11 2015 ist es wieder soweit: Kinder ziehen mit ihren selbstgebastelten Laternen durch die Straßen, singen Lieder und gedenken des heiligen St. Martin. Die Mainzer Volksbank (MVB) nimmt diesen Tag zum Anlass, dem Dombauverein zur Sanierung des Mainzer Doms eine Spende in Höhe von 1.500 Euro zu überreichen. Denn auch die Bischofskirche, der Hohe Dom zu Mainz, ist dem Heiligen St. Martin geweiht. Zur Spendenübergabe treffen sich am 11.11.2015, 10 Uhr, Sabine Flegel, erste Vorsitzende des Mainzer Dombauvereins, und Barbara Bug-Naumann, Generalbevollmächtigte und Vertriebsleiterin der MVB, am Marktportal des Mainzer Doms. Mit dabei sind auch rund 70 Kinder aus der Kita St. Rochus. Für sie gibt es von der Mainzer Volksbank Kakao, Brezeln sowie schöne Domspardosen.

Foto: Sascha Kopp
Foto: Sascha Kopp

Mainz: Alte Domspitze findet neuen Platz an Bastion Alarm - Im Depot bis 2015

23.10.2013 - MAINZ

Von Monika Nellessen

Eine Woche lang fehlte dem Dom im Juli die Spitze. Unter riesiger Anteilnahme der Mainzer und größtenteils finanziert vom Dombauverein wurde die „Krone“ des Westturms in 83 Meter Höhe abgenommen und durch eine Nachbildung ersetzt. Die Original-Spitze des 1774 von Barock-Meister Ignatz Michael Neumann errichteten Westturms musste erneuert werden, weil sie die Stabilität des Turmhelms gefährdete. Unter anderem war der Ringanker, der die Konstruktion hielt, gerostet und Mauerwerk aufgeplatzt.

Seitdem die neue Spitze platziert ist, harrt der 7,5 Meter hohe Vorgänger in einer Riga-Lagerhalle in der Industriestraße einer neuen Verwendung. Die Vorsitzende des Dombauvereins, Sabine Flegel, hatte angeregt, das historische Bauteil in Sichtbeziehung zum Dom aufzustellen. Eine Idee, die von Domdekan Heinz Heckwolf und Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) begeistert aufgenommen wurde. Die alte Spitze solle an der Bastion Alarm auf der Zitadelle ihren dauerhaften Platz finden. Von dort gibt es eine Panoramasicht auf den Dom. „Leider habe ich seither nichts mehr Neues gehört“, sagt Sabine Flegel auf AZ-Anfrage. Domdekan Heckwolf verweist seinerseits an die Stadt.

Warten bis Frühjahr 2015

„Die Spitze kommt auf die Zitadelle“, verspricht Ralf Peterhanwahr von der städtischen Pressestelle. Bis es dazu komme, dauere es allerdings bis Frühjahr 2015. Derzeit würden Verwaltungsgebäude auf der Zitadelle saniert, die Mitarbeiter arbeiteten in Containern, die auf der benachbarten Grünfläche aufgestellt sind. Somit fehle der Platz, um die Spitze auf die Bastion Alarm zu manövrieren. Darüber hinaus will sich die Stadt ab Herbst 2014 genug Zeit lassen, „eine schöne Lösung“ für das neue „Denkmal“ zu ersinnen.

An der Statik werde der Plan nicht scheitern, betont Peterhanwahr. „Seit der Tunnelsanierung ist der Untergrund stabil wie kaum anderswo in Mainz.“ Die Firma Riga reagiert auf AZ-Anfrage zumindest nicht ablehnend auf die Frage, ob die Domspitze noch mehr als ein Jahr lang bei ihr eingemottet ist. „Wir haben gesagt, dass wie sie einlagern, bis eine dauerhafte Lösung gefunden ist“, erklärt ein Sprecher.

Foto: Harald Linnemann hbz
In Begleitung eines Ehrenaufgebots katholischer Vereine wurde die neue Fahne des Dombauvereins – es ist zugleich die erste – nach dem Einzug in den Dom geweiht.

 

Gold auf blauem Grund

 

02.09.2013 - MAINZ

Von Benjamin Schaefer

DOMBAUVEREIN Festliche Fahnenweihe mit Gottesdienst und Ehrenaufgebot

Drei Pferde stehen schnaubend vor dem Dom am Sonntagvormittag, einer der Reiter trägt eine Standarte mit einer blau-goldenen Fahne. Dies ist das neue Wahrzeichen des Mainzer Dombauvereins, das bei einem Gottesdienst mit einem Ehrenaufgebot katholischer Gruppen im Dom geweiht wurde.

„Der Dombauverein mit seiner Fahne steht dafür, dass das Zelt Gottes in der Mitte der Stadt steht“, sagte Weihbischof Ulrich Neymeyr bei seiner Predigt. Der Dom sei „kein Denkmal“, sondern lade ein in die Gemeinde Gottes zu treten, wie der Geistliche weiter ausführte.

Bislang hatte der 1999 gegründete Dombauverein kein festliches Wahrzeichen. Die neue Fahne zeigt auf zwei Seiten jeweils den Dom mit den Aufschriften „Dombauverein Mainz e.V.“ und „Hoher Dom zu Mainz“ in Gold auf blauem Hintergrund. Dabei ist ein Motiv eher eine historische Abbildung, das andere symbolisch-vereinfacht. Das Stück wurde von der Mainzer Volksbank finanziert und wird von nun an an kirchlichen Feiertagen präsentiert.

Gegen Ende der Feierstunde in dem fast voll besetzten Dom führte der Bischof die Fahne in ihre geistlich-weltliche Funktion ein, indem er sie von beiden Seiten mit Weihwasser benetzte. Grüße überbrachte Neymeyr von Karl Kardinal Lehmann und Domdekan Heinz Heckwolf, die er beide aus terminlichen Gründen vertrat.

Säbeltragende Studenten

Bei dem Gottesdienst wurde der Chor der Kirche von etwa 14 Fahnen tragenden Gruppen wie dem Malteser Hilfsdienst und der katholischen Jugend flankiert. Ebenso gehörte eine Säbel tragende Studentenverbindung dazu.

Beim anschließenden Empfang im Haus am Dom dankte Sabine Flegel, Vorsitzende des Dombauvereins, dem Weihbischof Dr. Neymeyr für den Gottesdienst, der „die Herzen der Menschen berührt“ habe. Die Fahne bezeichnete sie als „Prachtstück“. Hergestellt wurde das Stück nach ihren Angaben bei Regensburg.

Auch Barbara Bug-Naumann von der Mainzer Volksbank war sichtlich stolz auf ihr gemeinsames Werk. Sabine Flegel habe „mit Herzblut“ für ihr Projekt geworben. Das Kreditinstitut habe sofort zugestimmt, da der Zweck „zum Haus passt“, erläuterte Bug-Naumann.

***PRESSEMITTEILUNG***
 
Der Dombauverein zeigt Flagge!
Am Sonntag, 01. September 2013 um 10.00 Uhr
findet im hohen Dom zum Mainz die Fahnenweihe der Standarte des Dombauvereins statt.
 
Der Dombauverein freut sich und ist stolz darüber, dass die Fahnenweihe durch Weihbischof Dr. Ulrich Neymeyr vorgenommen wird.
Um 9.45 Uhr wird die Fahne feierlich von drei Reitern mit Pferden am Marktportal an den Dombauverein übergeben, der dann mit verschiedenen Fahnenabordnungen in den Dom einzieht.
 
Dank der großzügigen Unterstützung der Mainzer Volksbank konnte die Standarte gefertigt werden.
 
"Eine solche Standarte bedeutet nicht nur ein bunt besticktes Tuch zu besitzen sondern, sie wird somit zum Symbol des Vereins und vermittelt Werte wie Gemeinschaft, sowie die Verbundenheit mit dem Wahrzeichen unserer Stadt, unserem Mainzer Dom", so die Vorsitzende Sabine Flegel.

 

Mainz, 28.August 2013 

Foto: Jörg Henkel Der Altar Georg von Schönenborn im Dom
Foto: Jörg Henkel Der Altar Georg von Schönenborn im Dom

"Noch einiges zu tun" - Steinmetze erwarten schwierige Aufgaben bei Mainzer Domsanierung

02.09.2013 - MAINZ

Von Bernd Funke

Den Urlaub haben sich die beiden Steinmetzmeister Jörg Walter und Michael Schmitt redlich verdient. Schließlich haben sie in mehrmonatiger Arbeit die neue Domspitze aus gelbgeäderten rotem Sandstein hergestellt. Eine wahre Knochenarbeit für die Männer von der Dombauhütte. Und für sie war, nachdem neue Spitze samt „Gickel“ nach spektakulärer Aktion montiert waren, noch längst nicht Feierabend. Die gewaltigen Einzelteile mussten nicht zuletzt zum Schutz vor der Witterung noch verbleit werden.

Domdekan kann Nordkapelle bald "abhaken"

Ihr Chef, Domdekan Heinz Heckwolf, dem als Amtsleiter des Dombauamts auch die Dombauhütte untersteht, weiß, dass damit noch längst nicht alle Arbeiten am Westturm erledigt sind: „Unterhalb der Spitze ist noch einiges zu tun. Einige Steine müssen ausgetauscht werden, einige Fialen neu hergestellt werden.“ Fialen, das sind die kleinen spitz auslaufenden Türmchen, die man aus der gotischen Architektur kennt – also wieder eine diffizile Aufgabe für die Steinmetze.

„Abhaken“ kann der Domdekan in Kürze das Thema „Fenster der Nordkapelle“. Die wurden restauriert, „und müssen jetzt nur noch von außen geputzt werden, dann kann das Gerüst an dieser Stelle weg“, freut sich Heckwolf. Und dann gerät er fast ins Schwärmen über die Arbeit der Schwester Johanna aus der Benediktinerinnen-Abtei Kloster Engelthal. Die nämlich, eine ausgebildete Restauratorin, hat sich in der Werkstatt des Klosters, die 1984 eingerichtet wurde und Filialbetrieb des Mainzer Dom- und Diözesanmuseums ist, der Restaurierung der Darstellung des Domprobstes Georg von Schönenburg angenommen.

Rostschäden wurden beseitigt

Das Renaissance-Denkmal für Georg von Schönenburg (gestorben1595), gehört mit mehr als sieben Metern Höhe zu den größten Kunstwerken im Dom. Feuchtigkeitsschäden in der dahinterliegenden Außenwand führten dazu, dass die Eisenverdübelungen des Monuments rostete und die Standsicherheit des Denkmals gefährdeten. Rostsprengungen hatten Teile des Steinmaterials beschädigt. Das Bamberger Steinrestaurierungsunternehmen Bauer-Bornemann hat diese Schäden inzwischen behoben. „Jetzt sind nur noch zwei kleine farbliche Retuschen notwendig“, berichtet Domdekan Heckwolf und unterstreicht dankbar, dass die Kosten für die Restaurierung des Denkmals vom Dombauverein getragen wurden.

In der Gotthard-Kapelle wurde die Apsis inzwischen neu angelegt. Ein wenig Kopfzerbrechen macht dem Domdekan derzeit noch die Zukunft des sogenannten Udenheimer Kreuzes, das sich seit 1962 im Dom befindet. Das Kruzifix, dessen wahres Alter den Wissenschaftlern nach wie vor verborgen ist (die Expertisen reichen vom achten bis zum 12. Jahrhundert) hing bislang in der Apsis. „Jetzt wollen wir es aufstellen“, kündigt Heinz Heckwolf an.

Der Metallständer und die Halterung sind beim Mainzer Kunstschmied Gradinger in Auftrag gegeben. Doch selbst wenn dieser verhältnismäßig kleine Schritt vollzogen ist: „Die Restaurierungsarbeiten am Dom werden uns noch lange beschäftigen“, weiß der Domdekan.

Foto: Sascha Kopp
Foto: Sascha Kopp

Beifall auf dem Mainzer Marktplatz: Neue Domspitze und Domsgickel erfolgreich montiert

18.07.2013 - MAINZ

Von Jens Grützner

Nun ist der Domsgickel wieder da, wo er hingehört. Frisch vergoldet ruht der Wetterhahn auf dem Kreuz der neu gestalteten Domspitze in 82 Metern Höhe über Mainz. Um 12.42 Uhr klatschen am Donnerstag gut 1.500 Menschen auf und um den Mainzer Marktplatz Beifall, als das insgesamt gut vier Tonnen schwere Gesamtpaket nach seinem Hub durch den großen Riga-Kran seinen Platz findet. Drei Stunden zuvor sieht es noch gar nicht so aus, als ob der Domsgickel tatsächlich hinauf schweben könnte.

Aktion durch starken Wind gefährdet

„Bisher waren wir ja vom Wetter verwöhnt“, sagt Domdekan Prälat Heinz Heckwolf kurz vor 10 Uhr. Zwar ist jetzt auch keine Wolke am Himmel über Mainz, aber es weht ein starker Wind. „Zwölf Meter pro Sekunde“, sagt Heckwolf. Das sind drei Meter pro Sekunde zu viel für die geplante Aktion, für den Höhepunkt der Gesamtmaßnahme „Domspitzen-Tausch“. Die Last könnte an den Stahlseilen des Krans unkontrollierbar zu pendeln beginnen.

Um 10.05 Uhr brandet nichtsdestotrotz erster Applaus auf dem Liebfrauenplatz auf. Denn Steinmetz Jörg Walter kommt mit dem für 400 Euro frisch vergoldeten Domsgickel von 1773 auf den Schultern aus der Dom-Schreinerei auf den Platz gelaufen. Ein Mainzer Bürger hechelt hinter Walter her und streichelt dem 40 Kilo schweren Wetterhahn über die Schwanzfedern. Walter übergibt das hauptsächlich kupferne Vieh an den Kollegen Manuel Heininger auf einem Steiger.

Domsgickel in alle Richtungen gedreht

„Umdrehen bitte“, rufen Menschen mit Fotoapparaten in den Händen jenseits des Bauzauns. 
Heininger dreht den Domsgickel kurz in alle Richtungen. Die Leute bedienen ihre Auslösertasten. Heininger hat seinen Spaß und sagt: „Das ist auf jeden Fall was Besonderes, so was erlebt man in seiner Steinmetzkarriere wohl nur einmal.“ Zusammen mit Jörg Walter fährt er mit dem Steiger zum Gerüst rauf, das knapp zehn Meter hoch um die neue Domspitze steht.

Um 10.10 Uhr packt Walter den Wetterhahn auf seinen Platz auf dem Kreuz. Eine Frau am Bauzaun sagt: „Ei, wie ich den Gickel vor kurzem das erste Mal im Dommuseum gesehen habe, hatte ich Tränen in den Augen. Das war so ergreifend.“ Und jetzt? „Das erlebt man nur einmal.“ Aber Tränen fließen nicht.

Goldene Blütenblätter aufs Spitzenkreuz

Jetzt kommt Michael Gradinger zum Zug. Der Gonsenheimer Schmied hatte dem Wetterhahn ein neues Kugellager verpasst, damit er sich besser im Wind dreht. Jörg Walter hebt den Domsgickel nochmal kurz an, damit Gradinger die Stange einfetten kann. „Jetzt ist zu 99 Prozent alles fertig“, sagt er. Das restliche Prozent ruht noch in seinem Auto: Auf das Spitzenkreuz kommen goldene Blütenblätter. „Die haben wir aus Angst vor Dieben noch nicht angebracht“, sagt er. Schließlich stand die Spitze samt Kreuz ja die letzte Zeit auf dem Platz. Gradinger bringt die Blüten in den nächsten Tagen in luftiger Höhe an. „Wenn ich in Ruhe arbeiten kann.“ Dann streicht er auch das orangefarbene Bleimennige-Rohr schwarz an, auf dem sich der Hahn dreht. „Dann hält das alles locker weitere 50 Jahre.“

Um 10.40 Uhr fragt Jörg Walter Riga-Projektleiterin Kathrin Marx: „Was macht der Wind?“ Marx: „Windig“. Sie steht mit dem Wetteramt Offenbach in Verbindung. Kurz Zeit später ist sie etwas ausführlicher: „Das Wetteramt sagt, dass der Wind nachlässt, aber wir müssen uns noch etwas gedulden.“

Kurz vor 11.30 Uhr beginnen Arbeiter mit dem Abbau von Stehgittern des Gerüsts um die Domspitze. Der Wind hat nachgelassen. Domdekan Prälat Heinz Heckwolf bittet alle Arbeiter und die Mitglieder des Dombauvereins, der zur Finanzierung der Domspitze beiträgt, ihm Gehör zu schenken. „Ich nutze die Gelegenheit, um allen herzlich zu danken, die an diesem Projekt beteiligt waren und sind“, sagt er. Es sind um die 150 Menschen. Dann wird die Domspitze über starke Seile an den Haken genommen.

"Immer wieder Gänsehaut"

Sabine Flegel guckt und schwärmt. „Herr Heckwolf hat alles präzise geplant. Es gab keine Panne, keinen Unfall“, sagt die Vorsitzende des Dombauvereins. „Und wir waren dabei, wer kann das schon von sich sagen?“, fragt sie. Flegel verweist auf ihren Arm: „Ich kriege immer wieder Gänsehaut, wenn ich daran denke.“

Dann geht es um 12.17 Uhr los: Lift-off. Der Kran hebt die Domspitze aus den verbliebenen Gerüststangen heraus nach oben. 24 Minuten später ist die vier Tonnen schwere Fracht oben angekommen. Sabine Flegel und ihre Mitstreiter laden anschließend auf dem Marktplatz zu Bier und Sekt ein. Der Domdekan bekommt einen Schaps, einen Ziegler. „Damit er zur Ruhe kommt“, so Flegel. Der spektakuläre Teil der seit eineinhalb Wochen laufenden Aktion ist nun vorbei. Ab sofort wird abgebaut.

Foto: Sascha Kopp
Foto: Sascha Kopp

Mainzer Dom: Die untere Hälfte der neuen Turmspitze ist auf ihrem Platz

17.07.2013 - MAINZ

Von Kirsten Strasser

Sitzt, passt und wackelt nicht: Seit Mittwochmittag, punkt 12.15 Uhr, ist die untere Hälfte der neuen Domturmspitze an ihrem Platz. Am Donnerstag folgt die obere Hälfte, die samt dem neu vergoldeten Domsgickel auf den Turm gehoben wird.

Doch zumindest vom Gewicht her war die schwerere Aufgabe zu bewältigen. Knapp 14 Tonnen Sandstein hängen am Haken des Krans, als dieser sich um 11.45 Uhr in Bewegung setzt. Langsam, beinahe elegant schwebt das tonnenschwere Teil nach oben, rund 500 Zaungäste, die den Markt bevölkern, verfolgen staunend das einmalige Schauspiel.

Als die Domuhr zwölfmal schlägt, ist die halbe Domspitze oben, hängt jetzt sogar zwei, drei Meter über dem Westturm. Hier warten schon die Steinmetze, um sie in Empfang zu nehmen. Der Rest ist Millimeterarbeit: Die acht dünnen Eisenbolzen im Fuß der Spitze müssen genau in die acht zuvor gebohrten Löcher im Stein des Turms.

14 Tonnen Sandstein

Der Kran – im Führerhaus sitzt Markus Knabe – lässt die 14 Tonnen Sandstein jetzt Zentimeter für Zentimeter herunter. „Etwas nach rechts!!“ Knabes Kollege Dieter Welzel steht auf dem Turm und gibt dem Kranführer Anweisungen. Per Hand drehen die Steinmetze die Turmspitze so, dass die Bolzen in die Löcher passen. Geschafft! Viertel nach zwölf ruft Steinmetz Jörg Walter auf dem Handy von Domdekan Heinz Heckwolf an: „Sitzt perfekt!“

Die Menge klatscht, es gibt sogar Bravo-Rufe, und Kathrin Marx, Projektleiterin von Riga, strahlt. Klar habe sie diesen reibungslosen Ablauf erwartet, sagt die junge Bauingenieurin, aber solche Arbeiten am Dom, die seien eben „etwas ganz Besonderes“.

So geht es weiter

Und so geht es weiter: Am Donnerstag wird die obere Hälfte der Domspitze, sie wiegt „nur“ rund vier Tonnen, nach oben gehievt. Mit von der Partie ist der Domsgickel, der zuvor auf dem eisernen Kreuz, das die Turmspitze ziert, befestigt wird.

„Der Domsgickel ist etwa ab 10 Uhr auf dem Markt zu sehen“, erklärt Domdekan Heckwolf. Erst gegen 12.15 Uhr wird dann die Turmspitze die Reise nach oben antreten – das ZDF will das Ereignis live in seiner Sendung „Drehscheibe“ übertragen.

Bis dahin ist die alte Turmspitze schon verschwunden – sie wird an diesem Donnerstag gegen 4 Uhr in der Frühe ins Riga-Lager gebracht. Hier wird sie zwischengelagert, bis über ihren weiteren Verbleib entschieden ist.

Der Kran wird ab Montag abgebaut, Projektleiterin Marx schätzt, dass diese Arbeiten drei Tage in Anspruch nehmen werden. Dann fährt der Kran – er schafft immerhin 80 Stundenkilometer – in Richtung Aschaffenburg, hier wird eine Eisenbahnbrücke gebaut.

Und wie geht es mit dem Mainzer Dom weiter? Der Westturm wird vorerst eingerüstet bleiben, erklärt Heckwolf, die Sanierungsarbeiten werden noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Sind diese abgeschlossen, wird das Turmstück darunter eingerüstet und saniert.

Fototermin ganz oben: Ton- und Bildberichterstatter nehmen Angebot der Kirche wahr und steigen auf den Mainzer Dom

16.07.2013 - MAINZ

Von Jens Grützner

Am Dienstagmittag ist offizieller Fototermin: von 80 Metern Höhe auf Mainz hinab. Von dort, wo bis vergangene Woche die alte Domspitze stand und wo eine neue ab Donnerstag in Gänze emporragt – samt frisch vergoldetem Domsgickel. Zwar war AZ-Fotograf Sascha Kopp schon vorige Woche auf dem Baugerüst ganz oben, um die Demontage des 22-Tonnen-Bauwerks exklusiv festzuhalten. Aber auch jetzt ist der 47-Jährige wieder im Einsatz. Mit 20 anderen Kollegen, allesamt bepackt mit Fotoapparaten, Video- und Fernsehkameras.

Der Mann von der Bild-Zeitung tobt im Aufzug beim Blick auf die Uhr: „Wo ist der Typ, der den Lift bedient, oder müssen wir auf Gott warten?“ Ein schöner Spruch. Dabei sind erst fünf Minuten seit dem vereinbarten Treffpunkt um 11.30 Uhr vergangen. Er verlässt den Aufzug, um sich kundig zu machen. „Wir müssen auf den Bauleiter warten“, sagt er bei seiner Rückkehr. „Ohne den darf keiner hoch.

„Ich bin gerne da oben“

Dann kommt Steinmetz Jörg Walter. Er ist der Bauleiter. Mit ihm geht es rauf. Elf Frauen und Männer quetschen sich bei der ersten Tour in den Lift.

„Ich bin gerne da oben“, sagt Pressefotograf Bernd Eßling bei der Fahrt. „Es gibt schöne Bilder von mir, wie ich den Domsgickel am Bauch krabbele.“ Er war als Mainzer schon einige Male auf dem Wahrzeichen der Stadt. Mit im Korb fährt auch Philipp Riederer. Dieser absolviert gerade ein Praktikum beim Dombauamt. „Den idealen Zeitpunkt erwischt“, sagt Jörg Walter und grinst.

Aussicht genießen

Bei 35 Metern heißt es auf einem Plateau aus- und umsteigen. Walter nimmt zunächst sieben Lichtbildner mit in einen kleineren Aufzug, der die Gruppe auf 60 Meter Höhe bringt. Der Rest genießt erst einmal die Aussicht von weiter unten. Oder arbeitet schon mal. Wie Sascha Kopp. Der haut den Kollegen Frederick von Erichsen an, der für die Deutsche Presseagentur knipst. „Halte mal auf das Karstadt-Gebäude, dort plant ECE das neue Einkaufszentrum in Mainz.“ Von Erichsen freut sich für den Tipp. „Ein Bild fürs Archiv“, sagt er. Dann bittet Praktikant Riederer zum Trip in 60 Meter Höhe hinauf.

„Leider etwas diesig heute“, sagt Bernd Eßling bei der Ankunft. Aber der Blick für Erstbesteiger über Mainz ist grandios. Dass beispielsweise ein paar Wohnungen „Am Brand“ über Dachterrassen mit großen Grünflächen verfügen, erkennen sie zum ersten Mal. „Leider ist zu viel Moos auf den Dächern, sonst wäre der Grau-Grün-Kontrast stark für ein Bild“, sagt von Erichsen. Leider ist auch keine junge Dame beim Sonnenbaden zu sehen.

22 Tonnen Sandstein

Aber jetzt geht die Reise bis zum derzeit höchsten Punkt des Doms weiter. Es geht zu Fuß über Treppen. „Passt auf die Gerüstschrauben in Kopfnähe auf“, sagt Sascha Kopp. Ein guter Tipp. Die Schrauben ragen überall heraus. Einen Helm hat keiner auf. Auf 75 Metern Höhe wird Michael Schmitt sichtbar.

Auch Schmitt ist Steinmetz. Er war gerade dabei, Löcher für die acht Schrauben in das Fundament zu bohren, auf dem die Turmspitze ab Donnerstag wieder sitzt. Der Durchmesser der verwendeten Dübel: 2,5 Zentimeter, deren Länge: 30 Zentimeter. Acht Löcher sind ringsherum zu sehen. „Laut Statiker sind die Schrauben aber nur eine zusätzliche Sicherheit“, sagt Jörg Walter. „Bei ihrem Gewicht könnte die Spitze hier auch problemlos ohne stehen“, fügt Schmitt an. Es geht um 22 Tonnen Sandstein.

ZDF auch dabei

Nun wird Schmitt gebeten, noch einmal den Bohrer laufen zu lassen. Die Crew des ZDF nutzt die Aktion, um im Vordergrund einen Aufsager zu filmen, der am Mittwoch gesendet wird, wenn es um die Installation des ersten Domspitzenteils geht. Der junge Kollege von „Das Ding“, dem Hörfunkprogramm des SWR, dreht sich derweil mit einer kleinen Videokamera in der Hand dauernd um die eigene Achse und spricht von einer „gigantischen Aussicht“ – auch wenn ihm wohl irgendwann schwindlig würde.

Sascha Kopp reckt seine Kamera mit einem Stativ in die Höhe. Sie ist nun höher, als das höchste Gerüstteil. Kopp genießt die Arbeit auf dem Dom. Auch wenn er aus seiner Sicht schon Spektakuläreres hinter sich hat: Das Foto eines Storchennests auf dem Ausleger eines Strommasten forderte dem zweifachen Familienvater bislang am meisten ab. Er stand auf dem Ausleger.

Am 4. Juli 1239 eingeweiht

Jörg Walter sitzt derweil auf einem Gerüstrohr ganz oben. „Wenn man das alles sieht, bekommt man wieder richtig Respekt für die Arbeit der Erbauer“, sagt er. Am 4. Juli 1239 ist der Dom in seiner heutigen Grundform von Erzbischof Siegfried III. eingeweiht worden. „Wir rufen heute die Jungs von Riga an. Die kommen dann mit ihren Sonnenbrillen und bringen die Spitze mit dem Kran hier hoch“, sagt der Steinmetz. Zumindest deren erster Teil kommt am Mittwoch ab 11 Uhr. Jetzt ist es 12.30 Uhr. Und Walter bringt die ersten Fotografen wieder nach unten. Sascha Kopp bleibt noch für 360-Grad-Aufnahmen oben.

Foto: Sascha Kopp
Foto: Sascha Kopp

Neuer Standort für die alte Spitze

13.07.2013 - MAINZ

Von Monika Nellessen und Michael Bermeitinger

ZITADELLE Statik der Bastion Alarm wird überprüft

Die alte Domspitze ist auf dem Erdboden angekommen und wird nun erst einmal beim Kran-Spezialisten Riga eingelagert. Doch der Dombauverein setzt alles daran, das jahrhundertealte Meisterwerk der Steinmetzkunst auf Dauer der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Blick auf den Westturm

„Da hängt doch das Herz der Mainzer dran“, sagt Vereinsvorsitzende Sabine Flegel. Mit der Bastion Alarm auf der Zitadelle ist auch schon ein Wunsch-Platz für die alte Domspitze gefunden. Denn dort stünde sie in unmittelbarer Sichtbeziehung zum Westturm der Kathedrale. Aber noch sind etliche Fragen offen. Domdekan Heinz Heckwolf will sich deshalb zum weiteren Vorgehen erst einmal nicht äußern: „Wir bringen jetzt erst den Austausch der Domspitze erfolgreich hinter uns, dann geht es in Urlaub und später sehen wir weiter.“

Wie Sabine Flegel weiter berichtet, wird derzeit geprüft, „ob die Statik auf der Zitadelle reicht, schließlich geht es um 22 Tonnen Gewicht auf engstem Raum“.

Oberbürgermeister Michael Ebling zeigt sich auf AZ-Anfrage optimistisch: Sollte die Bastion Alarm tragfähig sein, sei dies ein reizvoller Ort für die alte Domspitze, meint er. Dass auch der Transport dorthin Geld kostet, schreckt ihn ebensowenig wie die Tatsache, dass ein Fundament gegossen werden müsste und auch die Sicherung des Bauwerks vor Wind, Wetter und Vandalismus bedacht sein muss. Michael Ebling: „Daran soll es nicht scheitern. Wir werden eine kluge Lösung finden.“

Teure Lift-Fahrt

Klug und praktisch handelte am Freitag Sabine Flegel: Die Vorsitzende des Dombauvereins lud Hartmut Swietlik, Chef der Mainzer Mercedes-Niederlassung, zu einer Lift-Fahrt an der hinteren Seite des Westturms ein.

Runter kam Swietlik aber erst wieder, nachdem er – ganz freiwillig selbstverständlich – einen namhaften Euro-Betrag für das Großprojekt des Dombauvereins, die neue Turmspitze, versprochen hatte.

Foto: Sascha Kopp
Foto: Sascha Kopp

Mainz: Neue Domspitze kam im Morgengrauen - alter Turm kann runter

12.07.2013 - MAINZ

Von Michael Bermeitinger

Es war eine Sache von ein paar Zentimetern, mit bloßem Auge vom Gehweg an der Rheinstraße aus gar nicht wahrnehmbar. Aber es hat gepasst. Langsam, ganz langsam, mit weniger als Schritt-Tempo zog Joachim Schrimbs 600-PS-Zugmaschine den Tieflader mit der neuen Domspitze unter der Rathausbrücke hindurch, während ein Kollege von einem Hubsteiger aus unter der Brücke den minimalen Abstand zwischen der hölzernen Verschalung und dem Beton der Überführung im Visier hatte.

Das war gegen 5 Uhr in der Frühe am Donnerstag, und die Fahrt von der Oberen Austraße im Industriegebiet hatte rund 40 Minuten gedauert. Der Tieflader hatte zwar keine Überbreite, wegen der Höhe der Ladung musste der Sattelzug aber in der Mitte der beiden Spuren fahren, um nicht mit den weit ins Straßenprofil ragenden Baumkronen ins Gehege zu kommen. Als sich aber selbst um diese Uhrzeit eine stattliche Kolonne hinterm Transport gebildet hatte, fuhr er am Schloss rechts raus, um sie passieren zu lassen.

Kaffeezeit vorm Dom

Wie am Montag schon der Kran traf auch diese Fuhre bereits kurz nach fünf Uhr vorm Dom ein – doch ein Problem, dass sich da gezeigt hatte, wurde diesmal vom Dombauverein gelöst: die Kaffeeversorgung für die Transportmannschaft. Die Vorsitzende Sabine Flegel und ihr Stellvertreter Karl Josef Wirges brachten kannenweise dunkles Gebräu, etwas Gebäck und sogar einen richtigen Bistrotisch mit. Kaffeezeit frühmorgens vorm Dom, das Team war dankbar.

Das Tagesgeschäft für die Kranfahrer war das Abladen der beiden Sektionen der neuen Domspitze und das Heraufhieven der bereits vorgefertigten Verschalung für das obere Element des alten Turms. Erst behinderte noch Wind die Arbeiten, doch dann meldeten die Spezialisten der Verschalungsfirma Doka am Nachmittag, dass die Aktion gut läuft – worauf Kathrin Marx, Projektleiterin in Diensten des Kran- und Schwersttransportunternehmens Riga Mainz, den ersten großen Hub für den Freitagmorgen festlegte.

„Sie macht das richtig gut.“

„Um sieben Uhr kommen unsere Kranfahrer, dann brauchen wir etwas Vorbereitungszeit und ab 8 Uhr beginnen wir dann, die obere Sektion der alten Turmspitze abzuheben“ so die 30-jährige Bauingenieurin. Sie macht den Zeitplan, und die Kollegen wissen, dass sie sich auf die Vorarbeit ihrer Projektleiterin verlassen können. Dieter Welzel, der mit zwei weiteren Spezialisten den Riesenkran bedient, anerkennend: „Sie macht das richtig gut.“

Foto: Sascha Kopp
Foto: Sascha Kopp

Mainzer Dombauverein:

"Der Dom ist ja eine Dauerbaustelle,

da hört für uns die Arbeit nie auf"

10.07.2013 - MAINZ

Von Michael Bermeitinger

Der Dombauverein unterstützt seit vielen Jahren die Sanierung des Doms, engagiert sich auch jetzt beim spektakulären Tausch der Turmspitze. Die AZ sprach darüber mit Sabine Flegel, der Vorsitzenden des Vereins.

Frau Flegel, das Projekt Turmspitze läuft, was fühlen Sie jetzt?
Als uns vor zwei Jahren Domdekan Heckwolf informiert hat, dass die Spitze baufällig ist, war klar, dass wir helfen. Und jetzt sind wir alle ganz einfach stolz, dieses Jahrhundertprojekt un¬terstützen zu dürfen.

Ein echtes Highlight also, aber der Verein hilft ja schon seit vielen Jahren.
Richtig, wir haben die Restaurierung der Sakramentskapelle mitfinanziert. Die vom Grundwasser angegriffene Nassauer Kapelle konnte wieder hergerichtet werden, ebenso das Grab von Schönenburg, und wir haben die Medienanlage finanziert.

Da kommen aber schon ein paar Millionen Euro zusammen?
Ja, das auf jeden Fall. Und das alles ist ohne die aktive Unterstützung unserer vielen Mitglieder nicht denkbar. Aber auch viele Bürgerinnen und Bürger, die nicht bei uns im Verein aktiv sind, engagieren sich sehr. Erst jüngst hat ein Mainzer, der allerdings anonym bleiben will, sage und schreibe 50.000 Euro für den Dombauverein gespendet.

Wie viele Mitglieder hat der Dombauverein denn zur Zeit?
2200, aber das wollen wir noch toppen, deshalb sind wir während der spektakulären Aktion auch präsent.

Wird es nicht schwer werden, nach dem Tausch der Turmspitze lohnende Ziele zu finden?
Der Dom ist ja eine Dauerbaustelle, da hört für uns die Arbeit nie auf. Und genau deshalb dürfen wir nicht nachlassen die Menschen anzusprechen, sie zu motivieren und zu mobilisieren. Im August haben wir etwas Besonderes vor, aber mehr darf ich nicht verraten...

Wann und wo ist der Verein in diesen Tagen präsent?
Immer an den Markttagen Dienstag, Freitag und Samstag haben wir ab 11 Uhr einen Info-Stand vor dem Kundencenter der AZ am Markt.

Foto: Sascha Kopp
Foto: Sascha Kopp

Mainzer Dom: Turmspitze als "Paket" - Riesenkran seit Montagmorgen vor Ort

08.07.2013 - MAINZ

Von Michael Bermeitinger

In aller Herrgottsfrühe hat mit dem Anrücken des Riesenkrans am Dom die heiße Phase des Turmspitzen-Tauschs begonnen. Um 5.20 Uhr rollte am Montag der Kraftprotz des Kran- und Schwersttransport-Spezialisten Riga Mainz vor den Dom, wo er einsatzbereit gemacht wird. Spätestens Mittwoch soll er sich bis zur Arbeitshöhe von 97 Metern hochrecken.

Morgens um 5 Uhr war noch genug Platz auf den Straßen für das 22-Meter-Ungetüm, das von Mombach via Rheinachse heranrollte. Eine kitzlige Ecke gab es beim Abzweig in die Fischtorstraße, weshalb die Riga-Mannschaft die Kreuzung sperrte. Kranfahrer Waldemar Michels holte auf die Gegenfahrbahn aus, um dann auf neun lenkbaren Achsen erstaunlich leichtfüßig in die enge Fußgängerzone einzubiegen. Über den Liebfrauenplatz ging es weiter, elegant um die Kurve zum Markt, wo Michels das 680-PS-Fahrzeug erstmal vorm Dom-Café parkte.

Kran-Fans sind vor Ort

Tag 1 der dreiwöchigen Aktion Turmspitzen-Tausch begann im ersten Dämmerlicht – aber neben dem Riga-Team waren noch andere früh auf den Beinen. „Schon als wir unser Gelände in der Liebigstraße verlassen haben, standen da Leute und haben gefilmt“, freut sich Michels, der mit seinen beiden Kollegen Dieter Welzel und Markus Knabe den Koloss fährt und bedient.

Kräne, besonders in dieser Dimension, haben eine echte Fan-Gemeinde. Einer war extra aus Bonn angereist, und Ewald Harth kam frühmorgens aus Bingen. Er schaut sich oft so etwas an: „Der Bau von Windrädern ist spannend, und am Wochenende habe ich mir einen Brückentausch angesehen.“ 
Aber nicht nur Technik-Begeisterte waren vor Ort.

Domdekan freut sich über Interesse

Auch Domdekan Heinz Heckwolf wartete zu früher Stunde auf den Kran. Klar, dass er sich nach all den Jahren der Vorbereitung und intensiven Planung solche Momente nicht entgehen lassen will. Die Technik fasziniert auch ihn, aber Heckwolf ist es wichtig, dass neben der technischen Höchstleistung die denkmalpflegerische Arbeit „nicht in den Hintergrund gerät“.

Man merkt ihm die Freude über das Jahrhundertprojekt an, und auch über das große Interesse. „Das Publikum strömt hierher“, freute sich der Domdekan, der von seiner Kommandozentrale in der Dom-Information alles verfolgte. Nachdem ein Schotterbett aufgebracht worden war, rollte der Kran vor die Gotthard-Kapelle, fuhr seine gewaltigen Stützen aus, auf denen er sich in die Höhe stemmte, bis die Räder vom Boden abhoben. So werden Bodenunebenheit und leichtes Gefälle ausgeglichen.

Viele (Bau-)Zaungäste beobachteten das Geschehen, mit einem noch größeren Andrang rechnet Heckwolf aber, wenn die neue Turmspitze vorm Gotteshaus steht. Donnerstagfrüh um vier Uhr startet der Tieflader, wird gegen 4.30 Uhr am Dom erwartet. Auch das lässt sich Heinz Heckwolf nicht entgehen. Ehrensache.

Mainz:

Austausch der Turm-Spitze am

Mainzer Dom dauert drei Wochen -

Am Montag beginnt das Projekt

06.07.2013 - MAINZ

Von Michael Bermeitinger

Vielleicht wird der eine oder andere Mainz-Besucher in den nächsten drei Juli-Wochen ein bisschen traurig sein:Von der Ecke zum Höfchen zieht sich längs über den Markt bis hin zum Liebfrauenplatz ein langer Bauzaun, der die Fotos vom gewaltigen Steingebirge des 1000-jährigen Dom nicht unbedingt wird schöner geraten lassen. Doch dafür wird den Fotoapparaten in dieser Zeit ein anderes Ziel geboten – der spektakuläre Austausch der Dom-Spitze und das technische Equipment, das dazugehört.

Spannende Transporte

Am Freitag nun hat die Bischöfliche Pressestelle den Fahrplan für die dreiwöchige Aktion herausgegeben, die neben den Arbeiten auf dem Markt und hoch oben an der Spitze des Doms auch komplizierte, spannende Transportfahrten quer durch die nächtliche Stadt bietet. Für den ein oder anderen Technik-Freund sicher Grund genug, auch mal sehr früh aufzustehen.

Montag kommt der Kran

Am Montag gibt es schon in den frühen Morgenstunden die Gelegenheit dazu, wenn der gewaltige Kran der Kran- und Schwertransportfirma Riga zum Dom fährt. Die rote Traditionsfarbe des Betriebs an dem Fahrzeuge ist noch nicht lange getrocknet, denn erst Mitte der Woche ist der nagelneue Riesenkran vom Hersteller Liebherr nach Mainz gerollt.

680 PS, 108 Tonnen schwer, zwölf Tonnen Achslast, Teleskopausleger von 52 Metern, Hubkraft bis 750 Tonnen, Hubhöhe bis 154, Ausladung bis 112 Meter – ein Kran der Superlative, auf den Riga stolz ist.

Aber klar ist auch, dass Rigas roter Riese eine freie Straße braucht , wenn er sich auf den Weg von Mombach zum Dom macht. Daher fährt er am frühen Morgen, muss bis spätestens sechs Uhr von der Rheinstraße verschwunden sein – zumal der Kreuzungsbereich Fischtorplatz/Rheinstraße gesperrt werden muss, wenn der Tausendfüßler in die nicht sehr breite Fischtorstraße einschwenkt. 
Vorm Dom wird für den Kran eigens ein Schotterbett ausgelegt, damit die Lastverteilerplatten, auf denen die je 163 Tonnen Stützlast jedes Fußes ruhen, einen ebenen Untergrund haben. Es rollen aber noch weitere Fuhren zum Markt, denn Dienstag und Mittwoch wird der Kran zu seiner vollen Größe aufgebaut. Dann kommen die Gitterspitzen, die Ballastgewichte von insgesamt 184 Tonnen und etliches andere mehr.

Spitze wird in zwei Teilen transportiert

Ein weiterer Höhepunkt der ersten Woche ist dann mit Sicherheit der Transport der neuen Domspitze von der Oberen Austraße im Industriegebiet zum Markt in den frühen Morgenstunden des Donnerstag. Die Spitze wird dabei wegen ihrer Höhe in zwei Teilen transportiert – so wie sie auch später montiert wird.

Auch wer diese Fahrt beobachten will, muss in aller Frühe unterwegs sein, denn der Start des Tiefladers ist für 4 Uhr vorgesehen. Das wird eng auf Rheinallee und Rheinstraße, aber ganz besonders knapp wird es an der Rathausbrücke. Dort sind zwischen Turmspitze und Brücke gerade mal 15 Zentimeter Platz.

Vier Hebe-Aktionen

Elf Tage kann man die wunderbare Steinmetzarbeit vor dem Dom bewundern, denn zunächst muss die alte Domspitze – ebenfalls in zwei Sektionen – vom langen Arm des gewaltigen Riga-Krans heruntergehoben werden. Das soll am Montag, den 15. Juli, und zwei Tage darauf, am Mittwoch, den 17. Juli, erfolgen, während die neue Spitze 22 und am 23. Juli hinaufgehievt wird. 
Hochspannung pur – und gute Fotos sind garantiert. Trotz des großen Bauzauns.

Präzise Arbeit oben und unten - Countdown für Jahrhundertaktion am Mainzer Dom läuft

03.07.2013 - MAINZ

Von Bernd Funke

Der kleine Computer unter leuchtend-orangener Abdeckung, den Berhard Illich und seine Mitarbeiter auf einer Schubkarre über den Markt schieben, soll endgültig „grünes Licht“ geben. Bernhard Illich ist Diplom-Geophysiker und aus Karlsruhe angereist, wo er Geschäftsführer der Firma GGU ist. Die untersucht am Dienstag, nachdem die Marktstände abgebaut sind, mit Hilfe von Georadar den Bereich des Markts, auf dem der Riesenkran stehen wird. Durch die zerstörungsfreie Methode kann Illich versteckte Versorgungsleitungen aufspüren, die durch die Last des Krangiganten in Mitleidenschaft gezogen werden könnten.

Domdekan Heinz Heckwolf sieht dem Ergebnis mit großer Ruhe entgegen: „Uns liegen zwei Bodengutachten vor. Auch das zweite, das wir seit Montagabend haben, bescheinigt Unbedenklichkeit.“ Gefunden wurde in der Nähe der Heunensäule lediglich eine alte gemauerte Wasserleitung, die nicht mehr in Betrieb ist. Zu allen anderen im „Gefahrenbereich“ liegenden Leitungen werden die Standbeine des Krans einen Abstand von rund 1,50 Metern haben.

Durch das Gewicht des Riga-Krans wird der Untergrund eingedrückt

Und das ist gut so, denn durch das Gewicht des Riga-Krans wird der Untergrund eingedrückt. Heinz Heckwolf glaubt allerdings: „Mehr als zwei Zentimeter Verdrückung wird es nicht werden. Und durch die untergelegten Stahlplatten ist es wahrscheinlich noch weniger.“ Am Mittwochnachmittag ist Lagebesprechung mit allen an der Domspitz-Aktion beteiligten. Dabei sind natürlich auch die Mitarbeiter der Gerüstbaufirma Hecht. „Die müssen“, so Heckwolf, „da oben ja immer wieder ab- und aufbauen, damit der Kran an die Spitze kommt.“

Nach „da oben“ an der alten Spitze, deren eiserner Ringanker, mit dem sie befestigt ist, so gerostet ist, dass an vielen Stellen das Mauerwerk abplatzte, ist inzwischen per Außenaufzug eine Wanne angekommen. Und eine Wasserleitung ist verlegt. Das allerdings nicht, damit die Domhütten-Steinmetze Jörg Walter und Michael Schmitt (die haben die neue Domspitze hergestellt) bei sommerlichen Temperaturen zu einer Erfrischung kommen können. Wasser und Wanne sind die „Zutaten“, ohne die die Mitarbeiter der auf Denkmalsanierung spezialisierten Firma Bennert aus Klettbach bei Erfurt nicht mit der Kettensteinsäge die alte Spitze halbieren könnten. Denn: sie wird vom Kran in zwei Teilen vom Turm geholt.

Der Countdown läuft

Der zeigt sich seit Dienstag im oberen Bereich geschmückt mit zwei riesigen Transparenten. Auf dem einen wirbt die Handwerkskammer für sich („Wir suchen ja auch Auszubildende für die Dombauhütte“, erklärt Heckwolf), auf dem anderen der Dombauverein. Wer genau hinsieht, wird auf ihm auch das Logo der Allgemeinen Zeitung entdecken, die Medienpartner der spektakulären Jahrhundertaktion ist. „Am Montag werden wir mit der Vorbereitung der Fläche anfangen und den Bauzaun stellen“, kündigt der Domdekan, bei dem alle Fäden zusammenlaufen. Das heißt, dass die Marktbeschicker von der kommenden Woche an zusammenrücken und teilweise auf den Gutenbergplatz ausweichen müssen. Am Dienstag war Marktmeister Thomas Krebs unterwegs, um die Beschicker entsprechend vorzubereiten.

Dennoch werden für viele Anwohner und Betreiber der Geschäfte rund um den Riesenkran Fragen bleiben. „Ab Montag werde ich deshalb um 11 Uhr in der Dominformation sein, um Antworten geben zu können“, lädt Heinz Heckwolf zum Gespräch ein. Und wer an Markttagen zum Kundencenter der AZ am Markt geht, wird dort einen Infostand des Dombauvereins finden, der die 500.000 Euro kostende Renovierung zahlt — und gerne weitere Mitglieder aufnimmt.

Der Countdown läuft. Und noch hat sich nichts am minutiös ausgearbeiteten Terminplan geändert. Auszuschließen ist das aber nicht, gibt sich der Domdekan vorsichtig: „Wenn‘s mal so richtig stürmen sollte, müsste man sogar den Kran umlegen.“

Bild: Harald Kaster (vrm)
Bild: Harald Kaster (vrm)

Mainzer Domsanierung: Turmspitze hebt bald ab und wird durch Kopie ersetzt - Markt ab 8. Juli teilweise gesperrt

 

01.07.2013 04:45 Uhr - MAINZ

Von Monika Nellessen

Quelle: www.algemeine-zeitung.de

 

Ab nächster Woche werden nicht nur kleine Jungs auf dem Markt Bauklötze staunen. Dann beginnt die „wohl aufwändigste, bestimmt aber spektakulärste Einzelmaßnahme im Rahmen der Domsanierung“, sagt Sabine Flegel, Vorsitzende des Dombauvereins: Die 7,50 Meter hohe und 22 Tonnen schwere Spitze des Westturms wird abgehoben und durch eine von der Dombauhütte gefertigte Kopie ersetzt.

Der Dombauverein finanziert diesen mit 500.000 Euro veranschlagten Teil der Domsanierung mit Hilfe von Einzelspenden und Sponsoren wie der VR-Bank.

Dombauverein: Stand vor AZ-Kundencenter

Die AZ als Medienpartner unterstützt das Engagement nicht nur in der Berichterstattung: An Markttagen steht vor dem AZ-Kundencenter ein Stand des Dombauvereins, an dem Ehrenamtliche des Vereins die aktuellen Schritte des Austausches der Turmspitze erklären (und sich über Vereinsbeitritte freuen).

Die ersten drei Wochen der Sommerferien (8. Juli bis voraussichtlich 29. Juli) sind für das abenteuerliche Unternehmen in 83 Meter Höhe reserviert. Beim Austausch der Turmspitze hat ein Mega-Kran der Firma Riga Premiere, der auf eine Länge von 120 Metern ausgefahren werden kann. In den letzten Wochen wurden drei Riga-Fahrer beim Hersteller Liebherr in Ehingen für die anspruchsvolle Aktion geschult.

Wo der Riesen-Kran vor der Gotthard-Kapelle positioniert wird, immerhin 60 Meter Luftlinie vom Westturm entfernt, sind vier freigelegte Stellen im Pflaster zu sehen. Am Montag, 8. Juli, wird die Stellfläche vorbereitet, am Dienstag und Mittwoch werden die Kran-Teile antransportiert und vor Ort mit weiteren Hilfskränen montiert. Während der gesamten Bauphase wird der Platz aus Sicherheitsgründen mit Bauzäunen abgesperrt. An Markttagen müssen die Stände Richtung Liebfrauenplatz weichen. Der Dom ist ab 8. Juli montags bis samstags nur von sechs bis neun Uhr geöffnet (Zugang Liebfrauenportal). Nur sonntags bleibt es bei den üblichen Öffnungszeiten.

 

Sägearbeiten dürften am Dienstag anfangen

„Der Zeitplan steht, wir sind gut vorbereitet“, meint Domdekan Heinz Heckwolf. Ab 8. Juli steht er oder einer seiner Mitarbeiter täglich um 11 Uhr in der Dominformation zur Verfügung, falls es aktuelle Fragen von Anwohnern und Geschäftsleuten gibt.

Erste Vorbereitungen am Westturm sind schon an diesem Montag zu beobachten. Denn bevor die neue Turmspitze kommt, muss die alte abgebaut werden. Jörg Walter, Steinmetz der Dombauhütte und sein Team, zerlegen den steinernen Aufbau horizontal in zwei Teile. Ein Fall für Diamant-Kettensägen. Da nass geschnitten wird, werden erst zwischen Himmel und Erde Leitungen und eine Wanne montiert, die das Wasser auffängt. Die Sägearbeiten dürften am Dienstag losgehen. Und was passiert, wenn es um die dann lose aufliegende Domspitze stürmt? „Das hält die aus“, lacht Walter: „Aber wir legen sicherheitshalber mal ein paar Gurte drum.“

Bei Unwetter kann an der Domspitze nicht gearbeitet werden

 

Gewitter und Sturm könnten aber den exakt ausgearbeiteten Zeitplan durcheinanderbringen. Denn wenn es blitzt und donnert, kann nicht an der Domspitze gearbeitet werden. Laut Plan werden am Donnerstag, 11. Juli, Schalungsteile der Spezialfirma Doka angeliefert, in die sowohl die alte Domspitze als auch ihre Nachfolgerin eingepackt werden, bevor sie ihren Weg nach unten beziehungsweise nach oben nehmen. Am Montag, 15. Juli, wird der obere Teil der Turmspitze abgehoben, am 17. Juli folgt der zweite Teil. Am 22. und 23. Juli wird dem Dom der „neue Hut“ aufgesetzt. Derzeit wartet die neue Turmspitze noch in einer Stadtwerke-Halle in der Oberen Austraße. Auch für die nachts vorgesehenen Transporte zum Dom war es nötig, dass Walter und sein Team die Kopie aus Odenwälder Sandstein in zwei Elementen fertigten. Das höhere misst 4,50 Meter und passt so knapp unter der 4,97 Meter hohen Rathausbrücke hindurch.

Wann und wie der von den Mainzer geliebte „Domsgickel“ wieder einschwebt, steht übrigens noch nicht fest. „Entweder fliegt er zusammen mit dem Kreuz per Kran nach oben“, überlegt Jörg Walter. „Oder der Gickel fährt Aufzug vom Leichhof aus.“

 

Mega-Kran hat Premiere am Dom

07.06.2013 - MAINZ

Von Michael Bermeitinger

Quelle: www.allgemeine-zeitung.de

SPEKTAKEL Neuer Riga-Riese hebt im Juli die alte Spitze des Westturms herunter und hievt neue hoch

 

Drei Wochen im Juli werden Dom und Markt Schauplatz einer spektakulären technischen Leistung. Dann wird die alte Spitze des Westturms heruntergehoben und eine neue an ihrer Stelle installiert. Ein riesiger 750-Tonnen-Kran der Firma Riga, dessen Ausleger noch ein deutliches Stück über den höchsten Punkt der Spitze bei 85 Metern hinausreicht, erlebt dabei seine Feuertaufe im Dienst der Mainzer Firma.

Zwanzig Tonnen schwer

„Die neue Spitze ist eine 1:1-Kopie und steht derzeit in einer Halle in der Oberen Austraße“, so Domdekan Prälat Heinz Heckwolf. Zwanzig Tonnen und siebeneinhalb Meter misst sie – und ist damit zu hoch, um sie in einem Stück zu transportieren. Das höhere der beiden Teile ist 4,50 Meter hoch, „nur 17 Zentimeter niedriger als die Durchfahrtshöhe der Brücke zwischen Brand und Rathaus“, so Diplom-Ingenieurin Kathrin Marx, Projektleiterin bei Riga.

Nächste Woche wird sie den nagelneuen und etliche Millionen teuren neunachsigen Kran LTM 1750 beim Hersteller Liebherr in Ehingen in Augenschein nehmen, wo drei Fahrer auf dem Giganten geschult werden und auch die Dom-Aktion schon proben.

Erste Vorarbeiten sind schon jetzt auf dem Markt zu sehen, der von einem Bodengutachter auf seine Tragfestigkeit untersucht wird. Es sieht aber gut aus, und so beginnen die Arbeiten am Montag, den 8. Juli. Dann wird die Stellfläche für den Kran präpariert, bevor er tags darauf anrollt.

Wochenmarkt wird verlegt

Der Ablauf der Aktion, für die der halbe Markt gesperrt ist und der Wochenmarkt verlegt wird, ist klar: Am 11. Juli findet der Transport der neuen Domspitze statt, bevor der obere Teil der alten Domspitze seine Schalung erhält und am 15. Juli abgehoben wird. Dann bekommt Sektion 2 ihre Schalung und wird am 17. Juli am Kranhaken hängen. Die neue Sektion 2 wird schließlich am 22. Juli in die Höhe gehievt, die neue Sektion 1 dann am 23. Juli. Einen Tag später soll der Riesenkran wieder verschwunden sein – wenn alles gut läuft und das Wetter mitspielt. Da gibt es laut Diplom-Ingenieur Herbert Geib vom Dombauamt zwei K.O.-Faktoren: „Gewitter und Sturm.“ Eine halbe Million Euro kostet die neue Dom-Spitze – vom restaurierten Domsgickel über Material und Bau bis hin zum Riga-Einsatz – und wird finanziert vom Dombauverein. Doch mit der Installation der neuen Spitze hat die alte noch nicht ausgedient. Ein Standort wurde bereits ins Auge gefasst, so Domdekan Heckwolf: „Die Bastion Alarm an der Zitadelle käme infrage.“ Derzeit prüfe die Stadt, ob die Standfestigkeit des Geländes für das rund 20 Tonnen schwere Bauwerk reicht. Ein schöner Standplatz wäre die Bastion aber auf jeden Fall, so Heckwolf: „Man könnte an der alten Domspitze vorbei auf die neue schauen.“

 

Auf solidem Fundament

Quelle: Allgemeine Zeitung

 

31.05.2013 - MAINZ

Von Robert Handrack

DOMBAUVEREIN Mitglieder ziehen positive Bilanz / Ausblick auf neue Projekte

„Ist es Ihnen nicht auch schon so ergangen, dass Sie aus dem Urlaub kamen, die Spitzen des Doms sahen und sagten ,Jetzt bin ich wieder daheim!’?“ Traditionsbewusst begrüßt der Mainzer Dombauverein die Besucher auf seiner neuen Homepage.

Doch die Internetpräsenz ist nicht die einzige Errungenschaft der vergangenen Zeit. Nun trafen sich die Mitglieder im Erbacher Hof zur diesjährigen Jahresversammlung. Auch Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Kultur waren eingeladen. Stolz blickt man auf die vergangenen zwölf Monate zurück.

 

Zuletzt prägte ein volles Programm den Alltag im Dombauverein: Führungen, Ausflüge, Lesungen oder auch der Verkauf von Weihnachtsbäumen in der Vorweihnachtszeit (mit tatkräftiger Unterstützung Kardinal Lehmanns) standen auf dem Plan. Eine weitere Neuheit war die Entdeckung eines Steinbildnisses an einer Wand in der Marienkapelle in 13 Metern Höhe: Dort ist eine für Rheinhessen typische Winzerszene dargestellt – samt Weinbergschnecken, Weinbauer, Fledermaus und Trauben klauenden Vögeln.

 

Vor 14 Jahren gegründet, erfreut sich die Gemeinschaft heute nicht nur über eine gute wirtschaftliche Grundlage. In ihrer Eröffnungsrede lobte die erste Vorsitzende (und Gonsenheimer Ortsvorsteherin) Sabine Flegel zudem das ehrenamtliche Engagement der rund 2000 Mitglieder.

 

Domorgel und Grabmähler

 

Hierdurch könne sich der Verein in Zukunft die Finanzierung größerer Projekte erlauben: Sanierung von Grabmählern, Reinigung der Domorgelanlage, doch vor allen Dingen der Austausch der Domspitze. 1845 wurde sie zum letzten Mal renoviert. „Mainz weiß gar nicht, was auf uns zukommt“, sagte Sabine Flegel unter dem Applaus von knapp 200 Zuhörern.

 

Tausch der Domspitze

 

„Eine echte Sensation.“ Die Arbeiten auf dem Dach sollen diesen Juli stattfinden. Die Baustelle wird durch ihren marktfüllenden Kran Auswirkungen auf den Verkehr, den Handel und das Stadtbild haben.

Trotz dieser Aktivitäten sei Werbung weiterhin für den Erfolg des Vereins wichtig, betonte Flegel. Obwohl man in den letzten Jahren keinen Mitgliederschwund zu verzeichnen habe, sei das Erwerben neuer Anhänger unerlässlich, um gegen den demographischen Wandel anzukämpfen.

Hierfür greift man auf originelle Ideen zurück: „Verschenken Sie doch einfach eine Mitgliedschaft!“, schlug Flegel vor. „Ich verspreche, jeder fällt Ihnen um den Hals.“ Ganz getreu dem Motto des Vereins: Unser Dom braucht viele Freunde!

 

Mainzer "Domsgickel" wird während der Arbeiten an Domspitze saniert und vergoldet

28.02.2013 - MAINZ

Von Jens Grützner

Quelle: www.allgemeine-zeitung.de

 

Sabine Flegel hätte den „Domsgickel“ am Mittwochmittag gerne auf 35 Metern Höhe über dem Südquerhaus mit in Empfang genommen. Als Vorsitzende des Dombauvereins, der die Finanzierung der neuen Spitze des Mainzer Wahrzeichens finanziert, war sie auch zu dieser Aktion eingeladen. „Aber man hat uns für 13 Uhr bestellt“, sagt Flegel um 13.30 Uhr am Eingang zum Chorhaus. Zu spät also.

Als Steinmetz Jörg Walter in dieser Minute mit dem Wetterhahn über der Schulter an Flegel vorbei Richtung Dombauhütte spaziert, knirscht sie etwas mit den Zähnen. Walter hatte den „Domsgickel“ kurz vorher mit anderen Arbeitern in 82 Metern abmontiert. Im Zuge der Bauarbeiten an der Domspitze wird der Vogel saniert und neu vergoldet.

Ja, Domdekan Prälat Heinz Heckwolf hatte es eilig gehabt. Nachdem die knapp 20 angemeldeten Journalisten schon um 12.45 Uhr alle mit dem Lastenaufzug auf die Bühne in 35 Metern Höhe gefahren waren, sagte Heckwolf beim Blick auf die Uhr: „Oh, wir sind eine Viertelstunde zu früh, aber wir lassen den Gickel schnell runterkommen, damit die da oben weiterarbeiten können.“ Zeit ist Geld.

„Guter Blick auf Aktion“

Zu dieser Zeit standen Sabine Flegel und einige ihrer Mitstreiter unten auf dem Leichhof. „Aber wir haben von hier wenigstens mit vielen Mainzern zusammen einen guten Blick auf die Aktion gehabt.“ 1954 war der Wetterhahn letztmals von seinem Platz auf dem Westturm des Doms genommen und verschönert worden. Vergoldungen wurden zuvor schon 1845, 1901 und 1926 durchgeführt. J.G. Hebel hatte das stilisierte Federvieh 1773 gefertigt. Es ist 95 Zentimeter hoch, 1,12 Meter breit und wiegt zwischen 30 und 40 Kilo. Kopf, Rumpf und Beine des „Domsgickels“ sind aus Kupferblech getrieben, die Schwanzfedern aus Blech. Im Wetterhahn stecken Urkunden aus den vergangenen Jahrhunderten. Auf das Blech haben sich in luftiger Höhe Arbeiter namentlich verewigt. Etwa ein „Paul Mantel“ gleich zweimal. Unter einem Steinmetzzeichen steht die eingeritzte Jahreszahl 1845.

„Der Stiel wird erneuert, da ist etwas laienhaft gebastelt worden“, sagt der Gonsenheimer Schmied Michael Gradinger. „Ansonsten sieht das betagte Vieh gut aus“, so Steinmetz Jörg Walter. Neue Kugellager müssen noch rein.“ Damit sich der Hahn wieder leicht im Wind drehen kann. Gradinger wird „Domsgickel“ eine neue Halterung aus Edelstahl verpassen. Die Vergoldung nimmt der Alzeyer Karl-Günter Rohr vor.

Frühe Generalprobe

Um 10.30 Uhr war der Schmied am Mittwochmorgen schon an der Turmspitze gewesen. „Wir haben probiert, ob der Hahn abgeht“, sagt er. „Sonst wäre das jetzt vielleicht peinlich geworden.“

Jörg Walter schaut bei lediglich zwei Grad über dem Südquerhaus des Doms bereits mit Spannung dem Juli entgegen. Dann soll die 7,50 Meter hohe, 22 Tonnen schwere Turmspitze auf den Westturm gehievt werden. Dafür wird ein Kran in 60 Metern Entfernung zur Spitze auf dem Marktplatz postiert, ein 120-Meter-Auslieger benötigt, um den Untergrund des „Domsgickel“ aufzusetzen. „Das wird knackig“, sagt der Steinmetz. Was die kommenden Jahre betrifft, gäbe es dann keine Aktion mehr, die statisch bedenklich ist. „Dann geht es wieder darum, partiell Steine auszutauschen“, so Walter. Und auch Sabine Flegel freut sich schon auf die neue Turmspitze, die in der Neustadt in einer Lagerhalle der Stadtwerke steht. „Da machen wir ein schönes Event draus“, sagt die Dombauvereins-Vorsitzende und Gonsenheimer Ortsvorsteherin. Wenn Domdekan Prälat Heinz Heckwolf nicht zu früh loslegt.

 

Peter Krawietz liest aus Zuckmayers „Fastnachtsbeichte“

Von Lea Mittmann

16.02.2012-Mainz 

Quelle: www.allgemeine-zeitung.de


In der andächtigen Düsternis des Doms wirkt der illuminierte Beichtstuhl besonders. Er ist ein Kriminalschauplatz: Vor 99 Jahren wurde darin ein Toter aufgefunden. Der Mord geschah zwar nur auf dem Papier, doch die Geschichte vom mysteriösen Messerstich in den Rücken des jungen Dragoners, der am Fastnachtssamstag des Jahres 1913 im Beichtstuhl gefunden wurde, wird an diesem Abend wieder lebendig.

Peter Krawietz sitzt an einem Lesepult vor dem Altar und liest aus Carl Zuckmayers Novelle „Die Fastnachtsbeichte“, die vor über 50 Jahren veröffentlicht wurde. Der ehemalige Kulturdezernent und Präsident der Carl-Zuckmayer-Gesellschaft, der auch im Vorstand des Dombauvereins aktiv ist, hatte bereits 2009 am Originalschauplatz der Erzählung Szenen des Buches vorgelesen. Die erfolgreiche Literaturveranstaltung wurde nun zum zweiten Mal vom Dombauverein organisiert.

Auch diesmal sind so viele Interessierte gekommen, dass die Bänke dicht besetzt sind. Konzentriert wird der Geschichte gelauscht, die von Zuckmayer im Volkston eines romantischen Märchens verfasst wurde. In dem Werk treffen Unbewusstes und Bewusstes, Geist und Trieb aufeinander. Während der „heitere Lärm“ der Fastnacht die Straßen erfüllt, herrscht im Dom „steinerne Stille“. Detailgenau und poetisch beschreibt Zuckmayer in seiner Kriminalgeschichte, die mit dem leblosen Körper im Beichtstuhl beginnt, und entwickelt eine Story über Schuld und Liebe. Die Fastnachtstage dienen dem Autor als perfekter Zeitrahmen für sein literarisches Verwirrspiel. Am Aschermittwoch erfährt die Verlobte des Ermordeten, wer der Täter war. Krawietz verrät es nicht. Er beendet die Lesung, wie er sie begonnen hat - mit einer Beichtstuhlszene und knipst im spannendsten Moment das Schreibtischlicht aus. Die Zuhörer bleiben noch einen Moment gebannt sitzen, und verlassen dann den Schauplatz - aber nicht ohne vorher noch einen Blick auf den hell erleuchteten Beichtstuhl zu werfen und zu schaudern.

 

Mainzer Domstollen von „Werner’s Backstube“ vorgestellt

Der Domstollen wird zubereitet
Der Domstollen wird zubereitet

Verkauf zu Gunsten des Mainzer Dombauvereins auf dem Weihnachtsmarkt

Mainz - 18.10.2011

 

Die Bäckerei „Werner’s Backstube“ bietet in diesem Jahr erstmals einen Mainzer Domstollen an, der zu Gunsten des Mainzer Dombauvereins verkauft wird. Der Mainzer Domdekan, Prälat Heinz Heckwolf, hat zusammen mit der Vorsitzenden des Mainzer Dombauvereins, Sabine Flegel, und Thomas Neger, dem Sänger des Fastnachtsliedes „Im Schatten des Doms“, bei einem Pressetermin am Dienstag, 18. Oktober, die ersten Stollen gebacken. „Eine prima Idee“ sei der Domstollen, sagte Domdekan Heckwolf bei der Vorstellung. Und weiter: „Ich bin immer wieder überrascht, wie kreativ die Mainzer sind, wenn es darum geht, Geld für die Sanierung des Mainzer Doms zu sammeln.“

 

Der offizielle Verkauf der Stollen, die rund vier Wochen im Dom eingelagert werden, beginnt am Donnerstag, 24. November, um 19.00 Uhr im Rahmen der Eröffnung des Mainzer Weihnachtsmarktes. Danach werden die Stollen, die in einer Schmuckdose in den Handel kommen, in den Filialen von „Werner’s Backstube“ und in der Dominformation erhältlich sein. Vom Verkauf kommen jeweils zwei Euro dem Mainzer Dombauverein zu Gute.

 

Foto in druckfähiger Qualität unter www.bistum-mainz.de/presse

 

 

Foto: Sascha Kopp
Foto: Sascha Kopp

Wackelt der Dom? Mainzer Dombauverein fürchtet Schäden durch ECE-Baustelle


03.09.2011 - MAINZ
Quelle: www.allgemeine-zeitung.de
Von Monika Nellessen

Bringt ECE den Mainzer Dom ins Wackeln? Die Vorsitzende des Dombauvereins, Sabine Flegel, macht diese Sorge publik: „ECE plant zwei riesige Untergeschosse für Basement, Anlieferung und Tiefgarage, geht also 10 Meter in die Tiefe. Wer Mainz und die Grundwasserverhältnisse kennt, weiß, dass eine solche Baugrube hochproblematisch für alle Gebäude in der Umgebung ist. Wir wollen aber nicht, dass unser Dom Risse bekommt oder Schlimmeres passiert.“

Auf AZ-Anfrage bestätigt Generalvikar Dietmar Giebelmann, die Dombauvereins-Vorsitzende stehe mit ihrer Befürchtung nicht alleine. „Wir wissen nicht, welche Folgen der Eingriff ins Erdreich für den Dom, aber auch für weitere Gebäude in unserem Besitz am Bischofsplatz, am Weihergarten, in der Fust-straße und in der Johannisstraße hat.“ Daher wird das Bistum nach Angaben der Bischöflichen Rechtsamts beim Landgericht beantragen, einen unabhängigen Gutachter zu beauftragen.

Baulicher Zustand wird dokumentiert

In einem sogenannten selbständigen Beweisverfahren soll der aktuelle bauliche Zustand dokumentiert werden, um Risiken abzuschätzen und eine Beweisgrundlage für eventuelle Schadenersatzforderungen zu haben. Die Kosten müsse die Stadt tragen, meint Giebelmann. Ein von ECE initiiertes Gutachten oder einen Gutachter, der Geschäftsbeziehungen zu ECE unterhalte, akzeptiere das Bistum nicht.

Bekanntermaßen steht der Dom zwei bis drei Meter im Wasser. Dabei handelt es sich vor allem um so genanntes Schichtwasser, also um Feuchtigkeit, die von der Oberfläche ins Erdreich eindringt. Zwar wurden die Holzpfähle, auf denen der Dom einst errichtet wurde, Anfang des 20. Jahrhunderts durch Betonpfeiler ersetzt. Denn das Holz war zusehends verrottet, nachdem der Grundwasserpegel durch die Rheinregulierung gesunken war. Doch auch heute noch ist wichtig, dass der Wasserspiegel nicht abrupt abnimmt oder unterirdische Wasserströme, die vom Hang des Kästrichs Richtung Rhein verlaufen, plötzlich einen anderen Weg nehmen. Denn sonst könnten Fundamentteile des Doms, die bislang von Nass umgeben sind, auf einmal trocken liegen und Schaden nehmen oder das Erdreich insgesamt in Bewegung geraten.

Angst um Gotteshäuser

Unter dieser Prämisse sieht Dr. Bettina Opitz-Chen, Pfarrerin der benachbarten evangelischen Johanniskirche, auch für ihr Gotteshaus die Lage dramatisch: „Ich habe Angst, dass die älteste Mainzer Kirche durch einen sinkenden Grundwasserpegel, aber auch durch Erschütterungen während der Bauarbeiten im Bestand gefährdet wird.“ Auch das Pfarrhaus, noch näher dran am Bauvorhaben, will Opitz-Chen vor „Kölner Verhältnissen“ schützen: „Was passiert, wenn in der Nachbarschaft der Baustelle alles abrutscht.“

Was den diskutierten Verkauf kirchlicher Immobilien angeht, legte sich Generalvikar Giebelmann fest: Das Bistum werde das Grundstück um die Pax-Bank, das ECE für die geplante Brücke über die Eppichmauergasse und somit für die Passage Richtung Weihergarten braucht, nicht hergeben: „Das Haus und das Grundstück sind unverkäuflich.“

Werden Häuser und Zufahrten zugemauert?

Auch für das Wohn- und Geschäftshaus in der Fuststraße macht er ECE wenig Hoffnung. „Im Augenblick sage ich ganz klar, wir haben keinen Grund zu verkaufen.“ Es gehe um 20 Mietparteien, die teils schon seit 25 Jahren dort wohnten. Eines ist Giebelmann allerdings bewusst: „Es kann sein, dass sie uns das Haus quasi zumauern.“ Das Bistum werde in jedem Fall die rechtlichen Möglichkeiten als Anlieger ausschöpfen.

Dies gelte auch für die Frage der Verkehrsanbindung. Bislang sind das Bischöfliche Ordinariat und das Bischofshaus über Weihergarten (Zufahrt) und Eppichmauergasse (Abfahrt) per Auto erreichbar, wie das künftig sein solle, sei ihm unklar, so Giebelmann.

Der "Dom Gockel" auf dem Hauptturm des Mainzer Doms. Foto: Sascha Kopp
Der "Dom Gockel" auf dem Hauptturm des Mainzer Doms. Foto: Sascha Kopp

Domsanierung in Mainz:

Wechsel an der Spitze ist die größte Herausforderung

 

25.08.2011 - MAINZ

Quelle: www.allgemeine-zeitung.de


Von Michael Jacobs

Es ist eine Himmelfahrt der ganz besonderen Art: Mit einem Ruck setzt sich der acht Personen fassende Aufzug in Bewegung, gleitet im Schneckentempo an den silbernen Gerüststreben des Westturmes empor bis zu einem leicht vibrierenden Steg, der sich in 40 Meter Höhe über den Kreuzgang schwingt, wo an der Turmwand schon der nächste Lift für die Arbeiter der Dombauhütte wartet. Ab Höhenmeter 55, dort, wo die kupfergrünen Wasserspeier ihre Fabelhäupter aus dem Gemäuer recken, ist akutes Sanierungsgebiet, umschlingt den aus Romanik-, Gotik- und Barock-Elementen 1774 von Ignatz Michael Neumann neu komponierten Turmhelm ein lückenloses Gerüstkorsett.

Seit der Westturm des Doms im vergangenen Jahr durch ein stählernes Skelett aus Sprossen und Streben von außen besteigbar wurde – mit der gewaltigen Gerüstkonstruktion könnte man 100 Einfamilienhäuser umkleiden – sind die Schäden an seiner oberen Bausubstanz augenfällig geworden. Die Ende der 50er Jahre zum Stopfen der Risse und Spalten verwendete Steinersatzmasse (Mineros) hat sich an vielen Stellen abgelöst und muss nun durch den domtypischen roten Mainsandstein aus Miltenberg ersetzt werden.

Ein 200-Jahre-Projekt

Die größte Herausforderung stellt aber die komplette Auswechselung der 7,5 Meter hohen und über 20 Tonnen schweren Turmspitze dar. Deren vollständige Erneuerung nennt Domdekan Heinz Heckwolf denn auch ein 200-Jahre-Projekt. Die Spitze, gekrönt vom kupfergoldenen Domsgickel in 83 Meter Höhe, sei zunehmend instabil geworden, sagt Heckwolf. Der Grund für das Mürbewerden des Steins liegt im eisernen Ringanker am Sockel des innen hohlen Aufsatzes, der rostig geworden ist und den Sandstein platzen lässt.

Die Arbeiten für die neue Turmspitze sollen noch in diesem Jahr beginnen. Das Baumaterial, insgesamt sieben Steine, sei schon im Steinbruch in Freudenberg nahe Miltenberg gebrochen, die Blöcke gesägt, sagt Dombauhütten-Steinmetz Jörg Walter.

Fünf-Jahres-Sanierung

In den nächsten Monaten müssen nun die 34 Tonnen Rohsandstein auf gut 20 Tonnen originalgetreues Turmspitzenformat künstlerisch getrimmt werden. Erst dann wird die marode Spitze abgenommen und die neue mithilfe eines Riesenkrans aufgesetzt. Auf einen genauen Zeitpunkt des Wechsels an der Spitze des Gotteshauses wollte sich Heckwolf am Mittwoch nicht festlegen. Die gesamte Sanierung des Westturmes könnte bis zu fünf Jahre dauern.

Die Kosten für die Ausbesserung der alten Steinersatzmasse sowie für den Kraneinsatz belaufen sich jeweils auf circa 60.000 Euro. Die Finanzierung, so Kotzur, sei durch die Unterstützung des Dombauvereins abgesichert. Die im Jahr 2001 begonnene Rundumsanierung des Doms mit einem Kostenrahmen von 25 Millionen Euro war ursprünglich auf 15 Jahre angelegt. Ob dieser Zeitrahmen eingehalten werden kann, ist eher unwahrscheinlich. Gut Stein will eben Weile haben.

Luftbild des Areals rund um das ehemalige Karstadt-Gebäude in der Mainzer Innenstadt. Foto: Alfons Rath
Luftbild des Areals rund um das ehemalige Karstadt-Gebäude in der Mainzer Innenstadt. Foto: Alfons Rath

Bistum Mainz will Immobilien rund um Karstadt nicht für Einkaufszentrum hergeben
07.07.2011 - MAINZ

Quelle: www.allgemeine-zeitung.de


Von Monika Nellessen

Das Bistum ist nach aktuellem Sachstand nicht bereit, Immobilien zu verkaufen, die sich in Konzepten für das neue Einkaufszentrum in der Ludwigsstraße wiederfinden. Generalvikar Dietmar Giebelmann bestätigte auf AZ-Anfrage, dass Kardinal und Domkapitel auf Basis der derzeit vorhandenen Informationen „keinen Grund sehen“, entsprechenden Besitz zu veräußern.

Dabei geht es erstens um das Gebäude der Pax-Bank in der Eppichmauergasse, das nach Vorstellungen des potenziellen Investors ECE in die neue Shopping Mall einbezogen werden soll. Zweitens gehört der Kirche, konkret dem Domkapitel, ein Gebäude in der Fuststraße, gegenüber dem bisherigen Karstadt-Nebeneingang, das sowohl bei Multi Development als auch bei ECE eingeplant ist.

Unterschriften für Erhalt des Domblicks gesammelt

Im Vergleich der Investoren-Modelle sieht sich das Bistum offenkundig stärker von den ECE-Plänen betroffen, da diese eine größere Fläche beanspruchen. So führt der Zugang zum Bischofshaus über den Bischofsplatz, unter dem ECE eine Tiefgarage vorsieht. Immobilieneigentümer ist das Bistum ebenfalls in der Weihergartenstraße. „In diesem Ensemble gehören uns einige Häuser von baugeschichtlicher Bedeutung, wir werden darauf achten, dass sie diesen Wert behalten“, äußerte der Generalvikar Skepsis gegenüber einem „überdimensionierten Neubau“ in unmittelbarer Nachbarschaft. Dass das Bistum aber beileibe nicht nur den eigenen Besitz, sondern vielmehr die Attraktivität der gesamten Innenstadt durch einen „übermächtigen Klotz“ in Gefahr sieht, hatte Kardinal Lehmann bereits Ende Mai in einem Meinungsbeitrag für die Bistumszeitung „Glaube und Leben“ ausgeführt (siehe Auszüge).

Die Vorsitzende des Dombauvereins, Sabine Flegel, hat mittlerweile 1.500 Unterschriften dafür gesammelt, trotz des Einkaufszentrums den Domblick vom Schillerplatz aus zu erhalten. Dabei betont sie, der „Domblick“ sei für sie „nur das Synonym dafür, das geplante Einkaufszentrum nicht zu groß werden zu lassen“. Flegel: „Wir Mainzer wollen den Dom sehen, vor allem aber wollen wir unsere Innenstadt und die vorhandenen historischen Strukturen nicht kaputtmachen lassen.“ Die Vereinsvorsitzende, zugleich CDU-Stadtratsmitglied, sieht nach dem aus ihrer Sicht „unprofessionellen und inhaltsleeren Auftritt der Stadtspitze beim Ludwigsstraßenforum“ inzwischen sogar den auch von der CDU getragenen Grundsatzbeschluss des Stadtrates für ein neues Einkaufszentrum kritisch.

Mehr Gesamtfläche befürchtet

„Ein solches Votum darf nicht dazu missbraucht werden, dass wir einem Investor freie Hand lassen, was er im Herzen unserer Stadt baut.“ Hier sei Baudezernentin Marianne Grosse (SPD) gefordert, Pflöcke einzuschlagen. So befürchtet Flegel, die bislang diskutierte Verkaufsfläche des ECE-Konzepts von 30.000 Quadratmetern stelle nur die Nettoverkaufsfläche dar. Wenn man Wege, Treppen, Plätze dazurechnet, sei man schnell bei rund 55.000 Quadratmetern. Flegel: „Das sind mehr als fünf Fußballfelder. Verkraftet dies aber unsere Innenstadt, wenn vergleichbare Einkaufszentren pro Tag 25.000 Besucher haben, so viele, wie wir derzeit täglich in unserer gesamten City?“ Auch das Verkehrskonzept findet Flegel bedenklich: „Rund 400 Parkplätze sind viel zu wenig. Und dass die Leute mit dem ÖPNV in die Stadt fahren, ist doch mehr frommer Wunsch als gängige Praxis.“

ECE-Development Managerin Sandra Harms betonte auf AZ-Anfrage, das dem Stadtvorstand und den Ratsfraktionen vorgestellte Konzept sei „nur ein Planungsentwurf“, der als „Diskussionsgrundlage für das Gespräch mit der Politik, den Bürgern und den Grundstückseigentümern“ gedacht sei, mit denen man selbstverständlich unmittelbaren Kontakt suche. ECEverspreche ein Konzept, das „wie ein Maßanzug“ auf die Stadt passe.

Elisabeth Haag mit Sohn Helmut und Tochter Silvia Weimer freut sich über den Sieg ihres Hauses am Schönbornplatz 4. Foto: hbz/Stefan Sämmer
Elisabeth Haag mit Sohn Helmut und Tochter Silvia Weimer freut sich über den Sieg ihres Hauses am Schönbornplatz 4. Foto: hbz/Stefan Sämmer

Hausnummer vier gewinnt
22.06.2011 - BODENHEIM
Quelle: www.allgemeine-zeitung.de


Von Margit Dörr

SCHÖNBORNPLATZ Besucher küren das schönste Anwesen bei einem Fest

„Das Regenwetter bremst die Feierfreude nicht“, war der Tenor der zahlreichen Gäste, die sich zum Schönbornplatzfest eingefunden hatten. Nachdem in den vergangenen Jahren viele Anwohner ihre teilweise unter Denkmalschutz stehenden Häuser renoviert und saniert haben, wollte man miteinander feiern. Im Mittelpunkt stand die Wahl des schönsten Hauses am Schönbornplatz durch die Festbesucher.

Im Wahllokal wurde dem Wähler ein Stimmzettel ausgehändigt, auf dem man sich für eines von elf Häusern entscheiden konnte. Auch Spenden konnten abgegeben werden, denn der Erlös der Veranstaltung kam dem Mainzer Dombauverein zu Gute. Organisator und Unternehmer Hagen Wolf, unter dessen Regie einige Häuser renoviert wurden, freute sich über die Resonanz.

„Eine tolle Idee“, meinten Hans Rackow und Angelika Steffen, die vor zwei Jahren eine Wohnung in dem zur Wahl stehenden Haus mit dem klangvollen Namen „Die schönste Aussicht“ bezogen haben. Rosemarie Achatz hatte dem Molsberger Hof („Abgebrannt und wieder aufgebaut“) ihre Stimme gegeben, ihr Ehemann favorisierte den Metternicher Hof („Locker mit Ocker“). Bei der Bekanntgabe der Sieger durch Dirk Baum, einem der Organisatoren, und Frank Brunswig, der mit den Fastnachtern Rainer Dietz und Ciro Viscone moderierte, lagen die beiden gar nicht so falsch. Denn der Metternicher Hof wurde auf den dritten Platz, der Molsberger Hof auf den zweiten Platz gewählt. Sieger mit 133 Stimmen wurde das Haus „Frisch saniert steh ich zur Wahl“ (Liste 6) am Schönbornplatz 4.

Die 82-jährige Eigentümerin Elisabeth Haag nahm mit Sohn Helmut und Tochter Silvia Weimer die Glückwünsche entgegen. Der Preis ist die Übernahme der Grundsteuer durch das Güterhaus Hagenwolf für ein Jahr. Das um 1800 entstandene Gebäude erstrahlt in einem blassen Mintgrün; anthrazitfarbene Sandsteinelemente und braun gestrichene Klappfensterläden und Tor sorgen für einen geschmackvollen Kontrast.

Sabine Flegel, die Vorsitzende des Mainzer Dombauvereins, wurde der Erlös des Festes in Höhe von 11 120 Euro überreicht: „Diese Idee ist mehr als originell. So etwas kennen wir Mainzer nicht.“

Barockorgel vom Müll gerettet

09.06.2011 - MAINZ
Quelle: www.allgemeine-zeitung.de


Von Bernd Funke

DOM Seitenteil derzeit in Ausstellung zu sehen / Hans-Jürgen Kotzur: Wiedereinbau durchaus möglich

Eine nachgerade einmalige Chance: Während noch über neue Orgeln für den Dom beraten wird, zeigt sich in der aktuellen Ausstellung „Der verschwundene Dom“ ein barockes Kleinod, das einen ganz besonderen Aspekt in die Diskussion um die Gestaltung der Orgeln bringen könnte - der komplett erhaltene Prospekt der Orgel von 1702. Diözesankonservator Dr. Hans-Jürgen Kotzur artikuliert seine Vision: „Bis Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts hat die Orgel auf der Nordchorette gestanden. Es wäre durchaus möglich, das wirklich gut erhaltene Gehäuse auch auf der Südchorette, wo heute der Spieltisch steht, zu verwenden.“

Abenteuerliche Rettung der barocken Kostbarkeit

Die Geschichte der barocken Kostbarkeit und ihrer Rettung ist abenteuerlich. Man schrieb das Jahr 1988, als der damalige Dombaumeister Jakob Stockinger einen Keller neben dem Heizungskeller des Doms „entrümpelte“. Viel Holz landete damals in einem Abfallcontainer und wäre wohl auf der Müllkippe gelandet, wenn nicht Hans-Jürgen Kotzur mit einem Blick („Da sieht man, wie wichtig kirchliche Denkmalpflege und ein Konservator ist“) erkannt hätte, dass es sich um „Teile aus barocker Zeit“ handelte, die da entsorgt werden sollten. „Zunächst habe ich gedacht, dass es sich um die Reste eine barocken Altars handeln würde und habe das gesamte Holz in unser Magazin nach Arnsheim bringen lassen.“

Dann jedoch erhielt Kotzur den entscheidenden Hinweis, dass es sich bei dem Zufallsfund auch um die Domorgel handeln könnte. „Ich habe dann mal alles auslegen lassen, um zu sehen, ob noch alles vorhanden ist.“ Ergebnis der Begutachtung: Alle hölzernen Teile sind erhalten. Und um ganz sicher zu gehen, dass weder der „Zahn der Zeit“ noch der Holzwurm an den mehr als 300 Jahre alten Teilen nagen, wurden sie zum Begasen nach Frankfurt gebracht, ehe ein Seitenteil (mit aufgemalten Orgelpfeifen) den Weg in die Ausstellung fand.

Im Katalog zur Ausstellung heißt es: „Auf der nördlichen Bühne (der barocken Choretten) kam 1702 eine von Domspeichermeister Johann Ludwig Cützner gestiftete und von Johann Jakob Dahm verfertigte Orgel zur Aufstellung, deren Prospekt mit geschwungenen Säulen und Flammenvasen ebenfalls typische Barockelemente aufweist.“

Für Diözesankonservator und Dommuseums-Direktor Kotzur stellt sich die Frage, was nach Ende der Ausstellung mit der wiederentdeckten Orgel geschieht. „Es wäre eine Schande, dieses zum Dom und in den Dom gehörende Stück barocker Kunst wieder in der Versenkung verschwinden zu lassen.“ Kotzur plädiert dafür, den Orgelprospekt zu restaurieren und wieder auf einer der beiden Choretten aufzustellen. Nach Auskunft von Kirchenmusik-Experten könne eine der neuen Orgeln, über die derzeit beraten wird, durchaus dem historischen Gehäuse angepasst werden.

Eine Idee, die zu Dikussionen führen wird. Zumindest hat die Vorsitzende des Dombauvereins, Sabine Flegel, im Gespräch mit der AZ angekündigt, das Thema in der nächsten Vorstandssitzung des Vereins Ende Juni besprechen lassen zu wollen.

Unterschriften für Domblick
04.06.2011 - MAINZ
Quelle: www.allgemeine-zeitung.de


(mer). Am heutigen Samstag von 9 bis 13 Uhr sammelt der Dombauverein am Höfchen, neben dem Brezelstand, Unterschriften mit dem Ziel, bei der geplanten Neugestaltung des Karstadt-Komplexes die Blickbeziehung vom Schillerplatz zum Dom zu erhalten. „Bei diesem geplanten Bauprojekt ist es von besonderer Bedeutung, dass gerade das Wahrzeichen unserer Stadt nicht von einem riesigen Kaufhaus eingemauert wird“, so die Vorsitzende Sabine Flegel.

Unterschriftenaktiondes Dombauvereins
Unterschriftenaktiondes Dombauvereins

Ludwigsstraßen-Bebauung:

Mainzer Gästeführer setzen sich für Domblick ein
06.06.2011 - MAINZ
Quelle: www.allgemeine-zeitung.de


Von Michael Erfurth

Der Mainzer Gästeführerverband spricht sich bei einer Bebauung der Ludwigsstraße für die Erhaltung der Blickbeziehung zwischen Fastnachtsbrunnen und Dom aus. Auch wenn die Lu mit ihren Pavillonbauten heute den Anforderungen für ein modernes Geschäftszentrum nicht mehr genüge, hätten die Architekten und Planer der 60er Jahre besondere Weitsicht gezeigt, da sie den Westturm des Domes nicht aus dem Blickfeld gelassen hatten, so Werner Lütkemeier, neuer Vorsitzender der Mainzer Gästeführer.

Der Künstler Prof. Blasius Spreng, der 1967 den Fastnachtsbrunnen geschaffen hatte, habe diese Intention „so hervorragend umgesetzt, dass die vielen Gäste, denen wir die Stadt zeigen dürfen, begeistert sind“. Gerade am Schillerplatz lasse sich die Mentalität der Mainzer hervorragend verdeutlichen, betont Lütkemeier.

Die Vorsitzende des Dombauvereins, Sabine Flegel, freute sich unterdessen über die große Resonanz auf die Unterschriftenaktion des Vereins. Am Samstag hatten sich innerhalb von vier Stunden 728 Menschen, die sich für das Freihalten der Sichtbeziehung einsetzen, in die Listen eingetragen – darunter Landesarchäologe Gerd Rupprecht, die MCV-Aktiven Jürgen Dietz und Rudi Henkel und der ehemalige Mainzer CDU-Vorsitzende Heinz-Georg Diehl. „

"Nicht gegen Einkaufszentrum"

Viele Mainzer sind extra in die Stadt gefahren, um zu unterschreiben“, berichtet Flegel. „Wir sind nicht gegen das Einkaufszentrum an der Lu, bei den Planungen muss der Domblick aber berücksichtigt werden.“ Der Verein werde weiter Unterschriften sammeln und diese an Oberbürgermeister Jens Beutel, der genauso wie Altstadt-Ortsvorsteherin Ulla Brede-Hoffmann diese Sichtbeziehung nicht für unbedingt nötig erachtet, übergeben.

Verleger Michael Bonewitz (links) übergibt das Buch an Karl Kardinal Lehmann, der gleich interessiert darin blätterte. Foto: hbz/Jörg Henkel
Verleger Michael Bonewitz (links) übergibt das Buch an Karl Kardinal Lehmann, der gleich interessiert darin blätterte. Foto: hbz/Jörg Henkel

 

Ein ganz besonderes Geschenk

Allgemeine Zeitung Mainz
18.05.2011 - MAINZ
Quelle: www.allgemeine-zeitung.de


Von Julia Sloboda

BEGEGNUNGEN Prominente Autoren und Wegbegleiter schreiben über Karl Kardinal Lehmann

Gesehen hatte er das Buch noch nicht. Umso interessierter blätterte Karl Kardinal Lehmann in seinem Geburtstagsgeschenk, das ihm Verleger Michael Bonewitz gestern überreicht hat. In „Begegnungen mit Karl Kardinal Lehmann“ schreiben prominente Autoren und Wegbegleiter des Mainzer Bischofs über persönliche Erlebnisse, die sie mit Lehmann hatten.

„Unglaublich, wen Sie alles zusammengetragen haben“, freute sich Lehmann. Als Fußballbegeisterter konnte er sich einen Kommentar zu Erfolgs-Trainer Jürgen Klopp, der ebenfalls einen Beitrag verfasst hat, nicht verkneifen. „Der schwimmt ja gerade auf der höchsten Welle. Aber am Wochenende sah er schon ein bisschen mitgenommen aus“, lachte der Kardinal.

Seiten des Kardinals, die noch nicht jeder kennt

Gerade Jürgen Klopp sei nicht leicht zu erreichen gewesen, erzählte Herausgeber Michael Bonewitz, der die Idee zum Buch und zu möglichen Autoren hatte. „Klopp hat sich riesig gefreut, etwas zu schreiben. Seine Begegnung mit Lehmann hat ihn damals nachhaltig beeindruckt. Und obwohl er nie ans Handy geht, habe ich ihn doch irgendwann erreicht.“

Ziel sei es gewesen, ein paar Seiten des Kardinals zu zeigen, die noch nicht jeder kennen würde. Das gehe gut bei persönlichen Begegnungen, so Bonewitz, der einen Tenor in den verschiedenen Beiträgen sieht. „Alle, die dem Kardinal begegnet sind, waren tief beeindruckt, egal ob sie aus der Wirtschaft, der Kultur, der Politik oder dem Sport stammten.“

Alle potenziellen Autoren, die er angefragt hatte, seien bereit zu einem Beitrag gewesen - am schnellsten hatte Bundestagspräsident Norbert Lammert geantwortet, erzählte Bonewitz von der Entstehung des Buches. Herausgekommen ist ein Werk mit Beiträgen beispielsweise von Helmut Kohl, Angela Merkel, Markus Schächter, Harald Strutz, aber auch mit Worten von Lehmanns Sekretärin oder Friseurin. „Es geht um die Begegnungen und nicht um den Glauben. Das Buch ist kein theologisches, sondern ein menschliches. Und in erster Linie ist es ein Geburtstagsgeschenk für den Kardinal“, so Bonewitz. Die Begegnungen, die er zusammengetragen hat, zeigen Lehmann als Chef, als Fußballfan, als geschätzten Gesprächspartner oder als einfachen Kunden beim Friseur um die Ecke. Dabei gehe es nicht um Personenkult, sondern um eine kleine Spurensuche; darum, ein „paar Mosaiksteine eines beeindruckenden Menschen zusammenzutragen“, so der Verleger.

Ein Teil des Verkaufserlöses geht an den Dombauverein, einen weiteren Teil bekommt die Stiftung Hoher Dom zu Mainz.

Herausragende Bedeutung
30.05.2011 - MAINZ
Quelle: www.allgemeine-zeitung.de


Von Michael Erfurth

LUDWIGSSTRASSE Baudezernentin Grosse macht sich für Domblick stark

Die Stimmen, die für den Erhalt des Domblicks vom Schillerplatz aus beim Bau des geplanten Einkaufszentrums an der Ludwigsstraße eintreten, mehren sich über Parteigrenzen hinweg. „Der Domblick ist mir ein ganz besonderes Anliegen“, sagte Bau- und Kulturdezernentin Marianne Grosse im AZ-Gespräch. Für die Sozialdemokratin hat die Blickbeziehung vom Fastnachtsbrunnen auf die Domspitze eine „herausragende Bedeutung“. Schließlich sei der Dom das wichtigste Bauwerk der Landeshauptstadt, „um das uns viele andere Städte beneiden“. Das Thema Domblick werde bei den bevorstehenden Ludwigsstraßen-Foren, in denen Bürger, Politik und Interessengruppen über das Einkaufszentrum diskutieren, eine wichtige Rolle spielen.

Dombauverein sammelt am Samstag Unterschriften

Dafür wird auch der Dombauverein sorgen, der sich laut der Vorsitzenden Sabine Flegel an die Spitze der Bewegung setzen will. Am Samstag, 4. Juni (9 bis 13 Uhr) will der Verein auf dem Gutenbergplatz Unterschriften für den Erhalt der Blickbeziehung sammeln, gegen 11 Uhr hätten sich schon „viele Repräsentanten des öffentlichen Lebens“ angesagt. Dass Karl Kardinal Lehmann sich als einer der Ersten auf der Unterschriftenliste des Vereins eingetragen hat, sieht Flegel als wichtige Stärkung des Anliegens. Nachdem Oberbürgermeister Jens Beutel und Altstadt-Ortsvorsteherin (beide SPD) erklärt hatten, dass sie sich vorstellen könnten, auf die Blickbeziehung zu verzichten, hätten sich viele Mainzer beim Domverein gemeldet.

Beutel hatte betont, diese Frage müsse im Zusammenhang mit der Größe des Einkaufszentrums zu sehen sein: Denn ein höherer Gebäudekomplex, der die Blickbeziehung beeinträchtigen würde, hätte auf der anderen Seite den Vorteil, dass ein geringer Bedarf an Grundstücksfläche nötig sei. Der OB betonte gleichzeitig, diese Frage sei noch offen, auch weil sich das Highstreet-Konsortium als Eigentümer der Karstadt-Immobilie noch nicht festgelegt hat, ob das Hamburger Unternehmen ECE oder Multi Development aus den Niederlanden das 300-Millionen-Euro-Projekt umsetzen soll. Beide Investoren hätten unterschiedliche Vorstellungen. In einem Arbeitspapier zur Entwicklung der Lu, das der Stadtvorstand abgesegnet hat, heißt es: „Die optische Erfassbarkeit des Doms im Stadtbild hat einen sehr hohen Stellenwert. Im Rahmen der Entwicklung am Standort ist zu prüfen, welche essenziellen Blickbeziehungen insbesondere zum Dom aufrechterhalten werden müssen.“

Jenseits der Frage des Domblicks, für den sich auch die CDU-Fraktion stark macht, setzt Grosse auf eine erhebliche städtebauliche Aufwertung des Citybereichs zwischen Gutenbergplatz und Weißliliengasse durch den Bau des Einkaufszentrums. „Die Fassade muss gestalterisch höchsten Ansprüchen genügen.“ Daher sollte ein Wettbewerb durchgeführt werden. Sie tritt dafür ein, dass Kunst und Kultur bei dem Projekt integriert werden. Unterdessen laufen die Vorbereitungen für die Auftaktveranstaltung zum Ludwigsstraßen-Forum am 21. Juni (18 Uhr im Kurfürstlichen Schloss) auf Hochtouren. Da auch die Investoren bei den Foren, die nach der Sommerpause weitergeführt werden, mitwirken sollen, könnten die verschiedenen Interessen schon früh aufeinander abgestimmt werden. „Wir haben schon viele positive Rückmeldungen auf diese Art der frühen Bürgerbeteiligung“, so die Dezernentin. . KOMMENTAR

Vom Schillerplatz aus ist derzeit zumindest die Spitze des Doms gut zu sehen. Und wenn es nach dem Dombauverein geht, soll es auch so bleiben. Foto: hbz / Judith Wallerius
Vom Schillerplatz aus ist derzeit zumindest die Spitze des Doms gut zu sehen. Und wenn es nach dem Dombauverein geht, soll es auch so bleiben. Foto: hbz / Judith Wallerius

„Blick auf Dom erhalten“
26.05.2011 - MAINZ
Quelle: www.allgemeine-zeitung.de


Von Michael Heinze

WAHLEN Vorstand des Dombauvereins mit überwältigender Mehrheit bestätigt

Kontinuität im Dombauverein: Bei der Jahreshauptversammlung im Erbacher Hof wurde der Vorstand um die Vorsitzende Sabine Flegel von den 262 anwesenden Mitgliedern mit überwältigender Mehrheit wiedergewählt.

Neben der 44-jährigen Gonsenheimerin haben sich auch ihr Stellvertreter Karl-Josef Wirges, Schatzmeister Theo Stauder, Schriftführer Walter Kützing sowie die Beisitzer Peter Krawietz, Michael Bonewitz und Dr. Stefan Kern für die kommenden drei Jahre ehrenamtlich zur Verfügung gestellt mit dem Ziel, sich für die Sanierung des Doms einzusetzen. Auf Flegel entfiel eine Gegenstimme, auf Wirges eine Gegenstimme und zwei Enthaltungen, der Rest wurde einstimmig gewählt. Kraft Amtes Mitglied im Vorstand sind Domdekan Heinz Heckwolf, Dompfarrer Dr. Franz Weinert sowie Dom- und Diözesankonservator Hans-Jürgen Kotzur.

Laut Flegel wird sich der Vorstand des Dombauvereins „mit aller Kraft dafür einsetzen“, dass der Domblick vom Schillerplatz aus auch nach der Fertigstellung „des neuen, riesigen Einkaufszentrums“ in der Ludwigsstraße gewährleistet ist. „Vom Schillerplatz aus besteht eine herrliche Blickbeziehung“, so Flegel. „Nachdem OB Beutel gesagt hat, darauf könnte man auch verzichten, haben uns viele Mitglieder ermuntert, dieser Aussage entgegen zu treten.“ Der Dombauverein will eine Unterschriftenaktion starten mit dem Ziel, die jetzige Sichtbeziehung nicht zu verändern. „Die Liste wollen wir dem OB überreichen“, kündigte Flegel an. „Man darf gespannt sein, ob dann wie versprochen der Bürgerwille tatsächlich in das Geschehen mit einbezogen wird.“

Kardinal Karl Lehmann setzte ein Zeichen und trug sich im Anschluss an die Versammlung in die Liste ein. Zuvor hatte der Kardinal dem Verein, der mit 2157 Mitgliedern zu den mitgliederstärksten Vereinen der Stadt zählt, Dank ausgesprochen „für all das, was er uns möglich gemacht hat“. Der Dombauverein schaffe „immer wieder diese Brücke zwischen Glaube und Kultur und Verbindungen zwischen Bürgertum und Kirche“.

In ihrem Rückblick zeigte sich Flegel mit den Entwicklungen zufrieden. Der Dom sei „eine Baustelle, das gilt nicht nur für die Sanierungsarbeiten, die man täglich vor Augen hat“. Zuletzt habe man eine neue Medienanlage eine Induktionsschleife für Schwerhörige sowie die Restaurierung der St. Gotthardkapelle finanziert. „Jetzt haben wir eine optimale Akustik im gesamten Dom“, so Flegel.

Die Sanierung des westlichen Vierungsturms beleuchtete Heckwolf. „Das Gerüst würde ausreichen, um 100 Einfamilienhäuser einzurüsten“, veranschaulichte der Domdekan. „An die 60 Tonnen sind es, die da hängen - am Dom ist alles ein bisschen größer.“ Schatzmeister Theo Stauder erklärte, dass beim Dombauverein im abgelaufenen Geschäftsjahr 333000 Euro an Einnahmen - davon allein 282000 durch Spenden, von denen 112000 von Mitgliedern stammen und 170000 Euro von Nicht-Mitgliedern - Ausgaben in Höhe von 23000 Euro gegenüberstehen. Macht einen Überschuss von fast 311000 Euro. Das Gesamtvermögen bezifferte Stauder auf 2,456 Millionen Euro.

So sieht die Ludwigsstraße momentan noch aus. Foto: Sascha Kopp
So sieht die Ludwigsstraße momentan noch aus. Foto: Sascha Kopp

 

Ludwigsstraße in Mainz: Beutel sieht ECE im Rennen um Karstadt vorne

 

19.05.2011 - MAINZ
Quelle: www.allgemeine-zeitung.de


Von Michael Erfurth

Noch ist offen, welcher der beiden Interessenten den Zuschlag für den Bau des Einkaufszentrums an der Ludwigsstraße von Highstreet als Eigentümer des Karstadt-Hauses erhalten wird. Laut Oberbürgermeister Jens Beutel (SPD) gibt es aber eine Tendenz: „Vieles spricht für ECE, das Unternehmen hat bereits einen Vorvertrag mit der Deutschen Bank abgeschlossen.“ Aber auch Multidevelopment ist weiterhin im Rennen.

Die Deutsche Bank gehört mit ihrer Mainzer Filiale zu den Grundstückseigentümern im Bereich Ludwigsstraße/Weißliliengasse, die bei dem 300-Millionen-Euro-Projekt mitspielen müssen. Beutel jedenfalls ist sehr optimistisch, dass das seit vielen Jahren diskutierte Einkaufszentrum mit Karstadt als „Ankermieter“ und einer Shopping-Mall diesmal nicht an Grundstücksfragen oder anderen Problemen scheitern wird.

Investoren wie ECE gingen meist gut auf die städtebauliche Situation der jeweiligen Stadt ein, versicherte Beutel, der sich unter anderem ECE-Zentren in Karlsruhe und Stuttgart angesehen hat. Dass der Blick vom Schillerplatz aus auf den Dom durch den Neubau nicht verdeckt werden dürfe, wie von der CDU und dem Dombauverein gefordert, hält Beutel nicht für unbedingt erforderlich. Zum einen sei diese Blickbeziehung ohnehin monatelang durch die Bäume in der Ludwigsstraße nicht gegeben.

Höhe statt Breite beim Bau entscheidend

Zudem müsse diese Forderung in Beziehung zum Flächenbedarf für das Projekt, für das derzeit 30000 Quadratmeter Nettoverkaufsfläche im Gespräch sind, diskutiert werden: „Je mehr wir bei dem Gebäude in die Höhe gehen, desto weniger Grundfläche wird benötigt“ sagte Beutel im AZ-Gespräch. In Gutachten soll nun ermittelt werden, wie groß die Verkaufsfläche sein darf, damit das Einkaufszentrum zum Kundenmagnet wird, ohne das es den ansässigen Handel gefährdet, und welche Sortimente in den Läden in der City bislang nicht ausreichend angeboten werden. Diese beiden Untersuchungen hat die Stadt an die auf Marktanalysen spezialisierte BulwienGesa AG mit Sitz in Berlin, Frankfurt, Hamburg und München vergeben.

Beutel hob nochmals die Bedeutung der Bürgerbeteiligung in den geplanten fünf Ludwigsstraße-Foren hervor. Denn es gebe neben erfolgreich verlaufenden Projekten auch eine Reihe von Einkaufszentren, wie in Duisburg, Osnabrück und Emden, bei denen nicht alles rund laufe. Die Ergebnisse dieser Foren sollen dann in den städtebaulichen Vertrag einfließen, wobei der OB auch verdeutlicht, dass in vielen Fragen letztlich eine Einigung mit dem Investor erzielt werden muss.

Kardinal Karl Lehmann. Archivfoto: dpa
Kardinal Karl Lehmann. Archivfoto: dpa

 

Karl Kardinal Lehmann bleibt länger im Amt - Mainzer Geistliche reagieren begeistert
26.04.2011 - MAINZ / ROM
Allgemeine Zeitung Mainz

Quelle: www.allgemeine-zeitung.de


Von Monika Nellessen

Mainzer Geistliche reagierten am Dienstag mit Begeisterung auf die Nachricht, dass Papst Benedikt XVI. das Rücktrittsgesuch von Karl Kardinal Lehmann abgelehnt hat. Der Mainzer Bischof bleibt damit auch nach seinem 75. Geburtstag im Amt.

Pfarrer Gerold Reinbott aus der Pfarrei Mariä Heimsuchung in Laubenheim ist froh: „Er hat uns über Jahre hinweg auch durch schwere Zeiten geführt”, sagt er. Reinbott erinnert sich noch an Lehmanns Zeiten als Lehrender an der Universität: „Schon als Professor war er sehr angesehen. Er kannte sich in der gesamten Dogmatik hervorragend aus.” Es sei zu erwarten gewesen, dass Lehmann das Amt weiter besetze, so Reinbott.

In der Lerchenberger Pfarrei St. Franziskus ist Pfarrer Ulrich Jung ebenfalls dankbar für die Arbeit des Mainzer Bischofs: „Lehmann hat über Jahre hinweg viel geleistet. Ich schätze ihn sehr hoch”. Jung ist auch zufrieden mit Lehmanns Schaffen als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz: „Einen besseren hätte es nicht geben können.” Jung betont außerdem, dass der Kardinal stets Menschen zusammenführen wollte, ohne ein Schwarz-Weiß-Denken an den Tag zu legen.

Lehmann als "Brückenbauer"

In St. Stephan freut sich Pfarrer Stephan Schäfer über die gute Nachricht. Lehmann sei „ein Brückenbauer, innerhalb der Kirche, aber auch zwischen Kirche und Gesellschaft”. An Lehmanns Zeit als Vorsitzender der Bischofskonferenz erinnert sich auch Schäfer noch gut: „Besonders die Auseinandersetzung um die Konfliktberatung war sicher eine aufregende Zeit für ihn, die ihn viel Kraft gekostet hat, aber er war immer bemüht erklärend, vermittelnd und nie profillos an Themen heranzugehen”, berichtet er.

Pfarrer Matthias Lich aus der Pfarrei Heilig Kreuz hätte Lehmann den Ruhestand aus gesundheitlichen Gründen gegönnt, aber Mainz behalte einen Bischof, der sich einsetzt: „Auch als Vorsitzender der Bischofskonferenz war Lehmann eine Identifikationsfigur für Mainz. Nicht nur für die katholischen, sondern auch evangelischen Bürger.” Lich ist erleichtert, dass Lehmann am Bischofsfest anwesend sein wird: „Jetzt können wir entspannt das Bischofsfest feiern, wo wir wissen, dass er da ist”, bemerkt der Pfarrer aus der Oberstadt lachend.

Viel für Ökumene getan

Pfarrer Gottfried Keindl aus der Pfarrei St. Nikolaus findet es „bombig”, dass Lehmann weitermacht und lobt Lehmanns ehrliche Art, seine Verlässlichkeit. „Er hat stets versucht, das Kirchenschiff auf Kurs zu halten, auch in stürmischen Zeiten”, beschreibt der Pfarrer Lehmanns Wirken.
Auch Sabine Flegel, Vorsitzende des Dombauvereins freut sich über die Ablehnung des Rücktrittsgesuchs. „Lehmann ist ein großer Gewinn für die Stadt Mainz und für den Dombauverein. Er hat sich immer eingesetzt, wenn es um Spenden für die Sanierung ging.” Und er sei über die Grenzen von Mainz hinweg beliebt: „Durch Charisma, Ausstrahlung und vor allem Standhaftigkeit hat er den Glauben vorgelebt und in seinem Wirken umgesetzt”, so Flegel.

Auch aus evangelischer Sicht hat Lehmann viel für die Ökumene getan. Der Propst für Rheinhessen, Klaus-Volker Schütz, blickt mit Wohlwollen auf die Zusammenarbeit zurück. „Der Mainzer Kardinal steht für einen Diskurs auf Augenhöhe und viele kleine und große Projekte in der Region.” Selbst wenn es mal schwierig geworden sei, habe Lehmann mit seinem Engagement auch zu unkonventionellen Lösungen beigetragen, berichtet Schütz über Lehmanns Schaffen.
Pfarrerin Dr. Bettina Opitz-Chen von St. Johannis in der Altstadt, bewertet positiv, dass Lehmann immer versuchte, „Weltlage und Kirche miteinander in Einklang zu bringen“. Lehmann habe gezeigt, was ökumenisch denkbar und möglich sei, so die Pfarrerin. „Sein Blick war immer in Richtung Zukunft gerichtet. Ich wünsche ihm alles Gute für sein weiteres Schaffen!”

Dr. Hans-Jürgen Kotzur mit dem Domsgickel. Weil die darunter liegende Turmspitze baufällig ist, muss der Gickel aller Wahrscheinlichkeit nach sein Herbstquartier in der Dombauhütte nehmen. Foto: hbz / Jörg Henkel
Dr. Hans-Jürgen Kotzur mit dem Domsgickel. Weil die darunter liegende Turmspitze baufällig ist, muss der Gickel aller Wahrscheinlichkeit nach sein Herbstquartier in der Dombauhütte nehmen. Foto: hbz / Jörg Henkel

Gickel räumt vorübergehend die Spitze - Westturm des Mainzer Doms wird saniert
23.04.2011 - MAINZ
Quelle: www.allgemeine-zeitung.de


Von Monika Nellessen

Noch dreht sich der Domsgickel im Wind. Aber es deutet Vieles darauf hin, dass er im Sommer seinen Aussichtsplatz auf dem Westturm räumen muss. In 83 Meter Höhe rostet eine Eisenkonstruktion im Turminnern vor sich hin. Das sich ausdehnende Metall mit einem Meter Durchmesser sprengt den ummantelnden Stein. Früher oder später ist die sieben Meter hohe Turmbekrönung baufällig.

Die Schadensbehebung ist nicht ohne Risiko: Der Eisenanker muss entfernt und durch nicht rostendes Material ersetzt werden. „Wenn wir einzelne Steine wegnehmen, stimmt die Statik des Turmaufsatzes nicht mehr und die Standsicherheit ist nicht mehr gegeben“, erklärt Domkonservator Dr. Hans-Jürgen Kotzur beim Ortstermin mit Domdekan Heinz Heckwolf. Die Gefahr sei groß, dass die aus dem 18. Jahrhundert stammende Turmspitze dann nach unten kracht. Daher plädiert Kotzur für die zweite Variante, den Abbau der kompletten Spitze: Stück für Stück müssen die Steine nach unten befördert werden. Und der Dom wäre auf westlicher Seite bis in den Herbst kopflos. „Wir beraten das in der Dombaukommission“, sagt Heckwolf, bevor er den Rückweg vom Domgerüst antritt. Vom Leichhof aus führen drei Aufzüge auf den eingerüsteten Turm. Dazwischen verbinden Metallgitter die Lifte wie Freitreppen im Mainzer Himmel.

Seit zehn Jahren wird der Dom saniert, pro Jahr bei der Außenrenovierung rund eine Million Euro verbaut. Mindestens 15 Jahre sind für die Renovierung veranschlagt, also eine Spanne bis 2016. Schon das aktuelle Gerüst ist eine Rieseninvestition. Kaufen und anschließend verkaufen sei billiger als mieten, berichtet Heckwolf. Wenn die Stahlverbindungen nicht mehr am Dom gebraucht werden, reicht das Material, um 100 Einfamilienhäuser einzurüsten.

Zehn Jahre nach Start 80 Prozent der Fassade saniert

Seit 2001 hat sich die Dombauhütte an der Fassade entlang gearbeitet: Von der Ostgruppe zur südlichen Kapellenwand, übers Dach des Langhauses und Obergaden zum Westturm und zur nördlichen Kapellenwand am Markt. Erst werden die Schäden kartiert, dann ein Konzept zur Sanierung erstellt, später das Ergebnis dokumentiert. Hilfreich sind Photometrie-Bilder, die bei Hubschrauber-Flügen um den Dom erstellt wurden und nun jeden Stein, jede Säule, Putte und Rosette auf Architekturzeichnungen abbilden. „Rund 80 Prozent der Außenrenovierung haben wir geschafft“, sagt Heckwolf. Trotzdem bleibt viel Arbeit. Zu sehen ist das auch am Sockel des Westturms, der nicht mehr eingerüstet ist. Der Wechsel zwischen rotem und weißem Gestein erklärt sich dadurch, dass der helle Kalkstein hier noch nicht seine rötliche Farblasur erhielt. Kotzur: „Über die Farbgebung haben wir lange diskutiert.“ Die sanierten Fassaden zeigen einen Altrosé-Ton, der zu allen Bauphasen passen soll. Durch den bewusst dünnen Farbauftrag bleibt die Materialbeschaffenheit aber weiter ablesbar, Sand- und Kalkstein also unterscheidbar.

Und auch im Dom hat sich was getan: Die Gotthard-Kapelle ist wieder geöffnet. Ein Wagnis sind die Sanierer eingegangen: Der Putz blieb weg, stattdessen ist der Gebetsraum von purem Mauerwerk umschlossen. Ein Sandsteinbogen lässt ein früheres Portal erahnen, das aus der Zeit von Willigis stammt. Doch während hier die Gerüste entfernt sind, stehen sie nun auf der anderen Seite des Hochaltars. Dort machen Wasserschäden dem Abbild des Dompropstes Georg von Schönenberg zu schaffen. „Wie bei der Gotthardkapelle unterstützt uns der Dombauverein hier bei der Renovierung“, sagt Heckwolf. „Dafür sind wir sehr dankbar.“

In einem Seitenraum der Bischofsgruft befindet sich die Steuerungszentrale für die Medienanlage. Techniker legen letzte Hand an für den Ersteinsatz am Samstag. Fotos:hbz / Jörg Henkel
In einem Seitenraum der Bischofsgruft befindet sich die Steuerungszentrale für die Medienanlage. Techniker legen letzte Hand an für den Ersteinsatz am Samstag. Fotos:hbz / Jörg Henkel

Mainzer Domsanierung:

Hightech in der Bischofsgruft
23.10.2010 - MAINZ
Quelle: www.allgemeine-zeitung.de


Von Michael Jacobs

Selten sah man Sankt Martin besser gerüstet als in diesen Herbsttagen. Wie ein Silberrücken aus Stahlrohren schwingt sich der Schweif der Arbeitsplattformen von der Leichhof-Seite her auf das Querhaus, knickt dort, zehn Tonnen schwer, auf der Dachbrücke ab, um dann steil nach oben zum Gickel-Gipfel vorzustoßen. Drei Aufzüge werden hier im Einsatz sein, wenn die Sanierungsarbeiten am 83 Meter hohen Westturms des Doms in ihre heiße Phase treten.

Doch das kann noch ein Weilchen dauern. Zunächst einmal müsse die Statik des Gerüsts abgenommen werden, sagt Domdekan Heinz Heckwolf, dann folge die Fassadenreinigung. Erst danach tritt die Bauforschung auf den Plan, um anhand fotogrammetrischer Vermessungsdaten die Schäden zu bestimmen, ehe die Steinmetze der Dombauhütte ans Werk gehen können. Schon jetzt deutet sich an, dass es einiges zu Hämmern, Modellieren und Ausbessern gibt. Bei der letzten Sanierung sei Steinersatzmasse verwendet worden, die nicht gehalten habe, meint Heckwolf. Nun müssten all die Blöcke ersetzt werden, die sich gelockert haben.

Dombauverein finanziert Audio-Videoanlage

Während dem westlichen Vierungsturm eine Rundumkosmetik noch bevorsteht, sind die Außenarbeiten am Schieferdach der Gotthard-Kapelle so gut wie abgeschlossen, noch vor Beginn des Weihnachtsmarktes im November sollen die Gerüste weichen. Auch die südliche Kapellenreihe macht, vom Kreuzgang aus gesehen, Fortschritte. Das Kupferdach ist neu gedeckt, jetzt müssen die locker gewordenen Fensterscheiben abgedichtet werden.

Derweil die Westgruppe äußerlich unbewegt in ihrem stählernen Korsett verharrt, herrscht drinnen in der Bischofsgruft Hochbetrieb. Hier schlägt das Herz der seit Juli unterirdisch in das Gotteshaus eingebetteten hochmodernen Medienanlage. Über ausladende Steuerpulte und Schaltpläne gebeugt, bereiten Techniker den audiovisuellen Countdown vor. An Samstag soll die Anlage erstmals für vollen Sound in den Weiten der Kirchenräume sorgen. Man habe die Technik so dezent wie möglich in das Gotteshaus integriert, sagt Heckwolf. Die länglich-schmalen schwarzen Lautsprecher verschmelzen optisch fast mit den Pfeilern, auch die eingebauten Kameras sind nahezu unsichtbar. Selbst der Monitor am Pult des Domkapellmeisters, mit dem er Bildkontakt zum Organisten aufnehmen kann, fügt sich artig in die Holzschnitzereien der Dirigentenkanzel ein. Die für 700.000 Euro vom Dombauverein finanzierte Audio-Videoanlage, die problemlos über kleine Kabeltanks im Boden angezapft werden kann, biete nicht nur bessere Bedingungen bei Fernsehübertragungen, denkbar, so Heckwolf, seien auch Live-Übertragungen besonderer Veranstaltungen ins Internet.

Wassereinbruch am Domprobst-Denkmal

Bei soviel Hightech beruhigt es fast, dass in der Gotthardkapelle ein Restaurator bloß den Pinsel über den Werkstein schwingt, um störende Kittungen zu retuschieren, daneben soll das Udenheimer Kreuz eine neue Verankerung in der Wand erhalten.

Leichte Sorgenfalten umkräuseln des Domdekans Stirn, als es zum eingerüsteten Grabmal von Probst Georg von Schönenburg geht. Das Halbrelief-Monument wurde völlig von Wasser durchsetzt, das durch einen bislang unzugänglichen Seitenhof eingedrungen war. Mittlerweile hat man den Hof saniert, das Wasser abgeleitet, doch das Kunstwerk aus Marmor und Stein bleibt einsturzgefährdet. Im schlimmsten Fall, meint Heckwolf, müsse man das Denkmal zwei Zentimeter von der Wand rücken, damit es ausdünsten könne.

Auf 15 Jahre ist die 2001 begonnene und mit 25 Millionen Euro veranschlagte Renovierung der romanisch-gotisch-barocken Kathedrale terminiert. Für die Außensanierung hält Heckwolf diesen Zeitraum für realistisch - innen könne es aber durchaus noch länger dauern: „Im Grunde ist die Arbeit am Dom ja nie abgeschlossen“.

Majestätische „Feuerwerksmusik“
12.10.2010 - MAINZ
Quelle: www.allgemeine-zeitung.de


JUBILÄUMSKONZERT Mainzer Dombläser beeindrucken zum 25-jährigen Bestehen

(Cek). 25 Jahre Mainzer Dombläser - in der heutigen Besetzung - waren Anlass für ein anerkennenswertes Benefizkonzert zu Gunsten des Dombauvereins Mainz. Und Domkapellmeister Prof. Mathias Breitschaft, der vor einem Vierteljahrhundert die damalige Zusammensetzung der Mainzer Dommusik in die heutige Formation mit zwei Trompeten, Posaune, Tuba und Horn änderte, dirigierte auch das Jubiläumskonzert in großer Blechbläserbesetzung plus Orgel und Schlagwerk. Das größte zu Gehör gebrachte Werk des Abends war Georg Friedrich Händels (1685 - 1759) „Feuerwerksmusik“. Es ist ohne Frage ein besonderer Umstand, jener Freiluft-Komposition, die Händel speziell für das Feuerwerk auf der Themse - anlässlich des Aachener Friedens - komponiert hatte, in dieser Besetzung im Mainzer Dom zu lauschen.

Die majestätische Ouvertüre bot Posaunen und Trompeten Gelegenheit zu einem ausdrucksstarken Dialog. Neben weiteren Komponisten des (frühen) Barock Giovanni Gabrieli (1557 - 1612) und Michael Praetorius (1571 - 1621) stand auch Johann Sebastian Bach (1685 - 1750) auf dem Programm: Domorganist Daniel Beckmanns Interpretation von „Toccata, Adagaio und Fuge in C-Dur BWV 564“ war von klarer und leichter Art. Direkt auf das Choralvorspiel und den Choralsatz zur Bach-Kantate „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ schloss sich Felix Mendelssohn-Bartholdys (1809 - 1847) gleichnamige Tondichtung aus dem Oratorium „Paulus“ an. Diese interessante Programmfolge verdeutlichte gleichsam einem musikwissenschaftlichen Seminar, die unterschiedlichen Möglichkeiten, welche Komponisten verschiedener Epochen nutzten.

Prof. Mathias Breitschafts energisches und dennoch äußerst sensibles Dirigat war die Grundvoraussetzung für die wundervolle Klangharmonie zwischen Orgel und Bläsern in Richard Strauss’ (1864 - 1949) Komposition „Feierlicher Auszug“. Die von Kennerschaft zeugende Bearbeitung für Orgel stammt vom Hornisten der Mainzer Dombläser Thomas Swartman. Dem restlos begeisterten Publikum - das die Leistung der Mainzer Dombläser mit stehenden Ovationen honorierte - bot das Ensemble schließlich mit einem Satz aus Mendelssohns Oratorium „Elias“ eine Zugabe.

 

Der Mainzer Dom mit Baugerüst. Foto: Sascha Kopp
Der Mainzer Dom mit Baugerüst. Foto: Sascha Kopp

„Eingerüstet bis zum Domsgickel“ - Sanierungen am Mainzer Dom


30.08.2010 - MAINZ
Quelle: www.allgemeine-zeitung.de


Von Werner Wenzel

Es wird gebohrt und gehämmert, es werden Strippen gezogen und Gerüste errichtet im und am Dom. Seit Wochen schon sind Techniker und Gerüstbauer. Sterinmetze, Elektriker und Baustatiker wieder im Gotteshaus zugange. Und sie haben viele Baustellen zu beackern. Schon draußen weithin sichtbar sind die Gerüste, die sich auf der Altstadtseite am Westturm hochziehen.

Wer vom Leichhof kommt, kann den Bauaufzug schon sehen, der die Steinmetze nach oben bringt. „Der Westturm wird jetzt eingerüstet, weil er oben Schäden aufweist“, sagt Dom- und Diözesankonservator Dr. Hans-Jürgen Kotzur. Diese Schäden sollen nun im Detail ermittelt und dann repariert werden. „Bis hoch zum Domsgickel eingerüstet“ müsse der Turm dafür werden, so Kotzur.

An der ganzen Westgruppe sollen auch Kunststeine, sogenannte Mineros, entfernt und „durch solide handwerklich gearbeitet Steinmetz-Arbeiten ersetzt“ werden. „Auf jeden Fall, also mindestens ein Jahr“ dauerten die Bauarbeiten, sagt Kotzur nachdrücklich, schließlich müssten die Steinmetze der Dombauhütte ja jeden Stein einzeln fertigen. „Vielleicht aber auch zwei oder drei Jahre.“

Medienanlage wird auf zeitgemäßen Stand gebracht

Deutlich früher sollen auf der Marktseite die Arbeiten an der Nordfassade des Westquerhauses abgeschlossen sein, „das wird hoffentlich endlich fertig“, so Kotzur. Hier hatten im Vorjahr wegen der Domfeierlichkeiten die Arbeiten immer mal wieder unterbrochen werden müssen.

Rund 3,7 Millionen Euro haben Domkapitel, Bistum, Bund, Land, Dombauverein sowie private Spender bisher allein für die 2001 begonnene Außensanierung aufgebracht. Ebenfalls noch in diesem Jahr sollen die Arbeiten an den Dächern der Gotthardkapelle sowie der beiden Seitenschiffe aufgenommen werden.
Zügig voran geht es auch im Inneren, wo Schritt für Schritt „die Medienanlage“, wie Kotzur betont, auf einen zeitgemäßen Stand gebracht wird.

Das betreffe, so Museumsmann Kotzur, „die ohne Wenn und Aber wirklich notwendige Sanierung der Tonanlage“, die den Anforderungen definitiv nicht mehr angemessen gewesen sei, „Aber ich sage bewusst nicht nur Tonanlage“, schließlich gehe es auch um die Vernetzung der Domorgeln, um Vorrichtungen für Fernsehübertragungen. „Damit haben wir im nördlichen Seitenschiff begonnen und tasten uns jetzt langsam vor, bis Herbst sollten die Arbeiten weitestgehend abgeschlossen sein“.

Baustelle im Querhaus

Hier hilft der Dombauverein bei der Finanzierung ebenso kräftig mit wie bei einer weiteren Großbaustelle, am Schönenburg-Denkmal im südlichen Westquerhaus, also am Leichhof-Eingang. Rund 700.000 Euro fließen in diese Arbeiten im Inneren.

Dringend notwendig sei die Abtragung des Schönenburg-Denkmals geworden, weil es schlicht „baufällig“ war, erklärt Kotzur, die eisernen Halterungen, mit denen das viele Tonnen schwere steinerne und marmorne Halbrelief-Denkmal für den 1595 gestorbenen Georg von Schönenburg in der Wand befestigt war, seien angerostet, einzelne Teile schon beweglich gewesen.

Um nun beim Abriss so wenig Substanz wie möglich zu beschädigen, wird im Querhaus eine Baustelle eingerichtet, um die einzelnen Steine zu markieren, zu lagern und später so detailgetreu wie möglich wieder an Ort und Stelle aufzubauen. Wie lange das alles dauere, sei noch völlig offen, so Domkonservator Dr. Hans-Jürgen Kotzur.

Verzichtete auf Geschenke und konnte so 13 000 Euro spenden: Theo Stauder. Foto: privat
Verzichtete auf Geschenke und konnte so 13 000 Euro spenden: Theo Stauder. Foto: privat

Stauder spendet 13 000 Euro


24.08.2010 - MAINZ
Quelle: www.allgemeine-zeitung.de


Von Clarissa Gröschen

60. GEBURTSTAG Statt Geschenke Geld für gute Zwecke

Anstelle von Geschenken für sich selbst bat Theo Stauder, Vorstandsvorsitzender der VR-Bank Manz eG, zu seinem 60. Geburtstag um Spenden zugunsten karitativer Zwecke. Dabei kamen stolze 13 000 Euro zusammen, die Theo Stauder jetzt in feierlicher Runde überreichte. „Umgerechnet habe ich für jedes meiner 60 Lebensjahre gut 200 Euro erhalten“, freute sich Stauder: „Mein Dank gilt natürlich allen großzügigen Spendern.“

Mit dem Geld bedachte Stauber sieben Vereine und karitativ tätige Oragnisationen. Adolf Reuter, Vorstand der Mainzer Tafel e. V. lobte den Verzicht auf persönliche Geschenke: „Mit Ihrer Spende haben Sie dazu beigetragen, die Idee der Tafel am Leben zu halten und weiter auszubauen.“

Der Tafel hatte Stauder 2 000 Euro zugedacht. Auch der Pfarrer-Landvogt-Hilfe e.V., dem Gonsenheimer Sozialverband VdK, dem Dombauverein Mainz, der Katholischen Kirchengemeinde Mainz und den beiden Evangelischen Kirchengemeinden Gonsenheim kam ein Teil des Spendengeldes zu Gute.

„Ich hoffe, dass Andere den gleichen Weg gehen“, meinte Theo Stauder: „Ich freue mich, dass ich dazu in der Lage bin und habe es mit Hilfe der zahlreichen Spender unter meinen Gästen sehr gerne getan“.

Die Stele wurde vor knapp einer Woche von einem Lastwagen beschädigt, der Fahrer beging Unfallflucht. Foto: privat
Die Stele wurde vor knapp einer Woche von einem Lastwagen beschädigt, der Fahrer beging Unfallflucht. Foto: privat

Bronzestele in Gießerei
15.07.2010 - MAINZ
Quelle: www.allgemeine-zeitung.de


NEUGESTALTUNG Kardinal-Volk-Büste wird nach Unfall überarbeitet

(red). Seit vergangenen Freitag steht die Kardinal-Volk-Stele des Künstlers Karlheinz Oswald nicht mehr an ihrem angestammten Platz vor der Römerpassage. Bekanntlich war die Stele vor wenigen Wochen von einem nicht näher zu identifizierenden Lastwagen angefahren und schwer ramponiert worden. Kulturdezernentin Marianne Grosse hatte sich über diesen Fall von Fahrerflucht verärgert gezeigt und daher die städtische Kulturabteilung unverzüglich mit der Schadensaufnahme beauftragt. Bei der Polizei wurde Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

Nun befindet sich die Bronzestele in einer Gießerei in Bayern, wo sie im Auftrag der Stadt Mainz und in enger Kooperation mit dem Künstler neu gestaltet wird. Bevor das Kunstwerk zu Ehren Volks voraussichtlich Ende August oder Anfang September wieder ihren derzeit verwaisten früheren Platz einnimmt, wird das rund 300 Kilogramm schwere Kunstwerk patiniert, um den Farbton der Stelen abzudunkeln und um die Büste des Kardinals hervorzuheben.

Die Büste mit dem Konterfei des langjährigen Mainzer Bischofs Kardinal Hermann Volk, der 1973 von Papst Paul VI. zum Kardinal und zwei Jahre darauf zum Ehrenbürger der Stadt ernannt worden war, wurde im Dezember 2005 auf dem Kardinal-Volk-Platz an der Römerpassage enthüllt.

Anton Issel, der Ehrenvorsitzende des Dombauvereins, hatte damals das Projekt initiiert und Sponsoren gefunden, die die Skulptur finanzierten. Das Bistum schenkte dann der Stadt die 1986 geschaffene und in die Stele integrierte Büste.

v.l.n.r.: Domdekan Heinz Heckwolf, Horst Ernehrt, Manfred Efflinger (BFE), Sabine Flegel Dombauverein
v.l.n.r.: Domdekan Heinz Heckwolf, Horst Ernehrt, Manfred Efflinger (BFE), Sabine Flegel Dombauverein

Besserer Klang für Gotteswort


30.06.2010 - MAINZ
Quelle: www.allgemeine-zeitung.de


Von Bernd Funke

DOM Monitore in Seitenschiffen / Dombauverein zahlt 700 000 Euro

Die Akustik des 1 000-jährigen Martins-Doms hat ihre Tücken. Davon können nicht allein die Domorganisten ein Klagelied singen, sondern auch viele Gottesdienst-Besucher. Modernste Technik soll in den kommenden drei Monaten dieser Situation ein Ende bereiten. Am Montag wurden die zeitlichen Eckpunkte der aufwändigen (Ein-)Baumaßnahme festgelegt.

Domdekan Heinz Heckwolf, der zugleich Domkustos und damit für die bauliche Unterhaltung der Kathedrale verantwortlich zeichnet, will auf jeden Fall die Stiftsferien nutzen, denn in dieser Zeit machen die Chöre am Dom Urlaub.: „Wir werden die Zeit ab Juli für die Ein- und Umbaumaßnahmen nutzen. Bis Ende September soll auf jeden Fall alles fertig sein.“ Erneuert werden soll die gesamte Lautsprecheranlage des Doms. Heckwolf: „Dazu gehört auch, dass eine so genannte Schwerhörigenschleife eingebaut wird.“ Zum „Paket“ gehören auch eine neue Mikrofonanlage und eine neue Bildübertragung. „Die ist notwendig, weil durch die baulichen Gegebenheites des Doms kein direkter Blickkontakt zwischen dem Organisten und dem Dirigenten möglich ist.“ Die rund 40 Jahre alten Monitore werden aus dem Verkehr gezogen.

Zum Maßnahmenkatalog gehört auch die Erneuerung des in die Jahre gekommenen Leitungsnetzes mit seinen „logistischen Anschlüssen aus und in den Dom“. Wichtige technische Einrichtungen etwas bei Rundfunk- oder Fernsehübertragungen aus dem Gotteshaus.

In den Seitenschiffen sollen Monitore installiert werden. Der Domdekan erklärt: „Bei Gottesdiensten mit großer Beteiligung, wie beispielsweise bei der Christmette, können die Gläubigen, die in den Seitenschiffen Platz finden, das Geschehen am Altar nicht verfolgen.“ Durch die Monitore soll dieser Missstand nun bald der Vergangenheit angehören. Gerne würde Heckwolf auch eine Einspeisung ins Internet möglich machen.

Wie bei allen Maßnahmen im altehrwürdigen Gotteshaus hat auch bei den jetzt anstehenden der Gedanke des Denkmalschutzes einen besonders hohen Stellenwert. „Dadurch, das unter dem Dom zwei übereinander verlaufende Gänge liegen, können wir den oberen für die Verlegung der neuen Leitungen nutzen und müssen nur an einer Stelle den Boden aufmachen“, freut sich der Domkustos. Auch die Säulen werden nicht durch Lausprecherinstallationen beschädigt. Man hat sich im Würzburger Neumünster Anregungen geholt und stellt die Lautsprecher auf farblich angepasste Stahlrohre, in deren Inneren die daumendicken Leitungen verlaufen. Beauftragt mit den Arbeiten wurde die Gonsenheimer Firma BFE Studio und Mediensysteme.

Die vom Dombauverein zur Verfügung gestellten rund 700 000 Euro sollen auch für die Renovierung der Gotthard-Kapelle und des Grabmals des Georg von Schönenburg verwendet werden, erklärt Heckwolf.

Im Zeichen des Doms
31.12.2009 - MAINZ
Quelle: www.allgemeine-zeitung.de


(mij). Das kulturelle Jahr steht ganz im Zeichen des Domjubiläums. Vom 1. Februar bis 15. November erinnern zahlreiche Veranstaltungen an die Vollendung der Willigis-Kathedrale vor 1000 Jahren. Neben festlichen Gottesdiensten,

TV-Dokumentationen in ZDF und SWR, Konzerten, einem Benefizspiel der 05er gegen Bayern München oder der Präsentation eines Modells des Willigis-Domes würdigt auch die AZ das Jubiläum mit Gesprächsforen, einer Kinder-Uni-Veranstaltung, Kooperationen mit dem Dombauverein und einer Sonderbeilage über das Gotteshaus.

Im Schatten des Doms gibt es aber noch andere Höhepunkte in Kunst und Kultur - etwa die Verleihung des renommierten Faust-Theaterpreises an den langjährigen Mainzer Ballettdirektor Martin Schläpfer, die große Otmar Alt-Ausstellung in der Rheingoldhalle, der Auftritt von Woodstock-Legende Carlos Santana im Volkspark oder der Besuch des Schauspielers Mario Adorf beim Mainzer Filmz-Festival.

v.r.n.l.: Sabine Flegel, Karl Kardinal Lehmann, Generalvikar Giebelmann, Frau Wendel
v.r.n.l.: Sabine Flegel, Karl Kardinal Lehmann, Generalvikar Giebelmann, Frau Wendel

Bischof als Baum-Verkäufer
21.12.2009 - ALTSTADT

Quelle: www.allgemeine-zeitung.de


AKTION Karl Lehmann bringt zugunsten des Dombauvereins Tannen unters Volk

ALTSTADT (ums). Zu Gunsten des Dombauvereins wurden am Freitag und Samstag Weihnachtsbäume im Hof des Bischöflichen Ordinariates verkauft. Der Mainzer Bischof, Kardinal Karl Lehmann, unterstützte die Aktion bei eisiger Kälte: "Heute gibt es Bäume mit Schnee, das ist toll!" Insbesondere Menschen aus der Umgebung kamen, um sich hier ihren Baum auszusuchen: "Viele ältere Menschen nutzen die Gelegenheit, weil wir hier junge Männer haben, die sich engagieren und die ihnen die Bäume nach Hause tragen", erklärte der Kardinal.

Die Käufer konnten sich einen Baum aussuchen und sich von fleißigen Helfern zurechtsägen und stutzen lassen. Der Weihnachtsbaumverkauf fand in diesem Jahr zum zehnten Mal statt. Genau wie der Kardinal war auch Gerda Winter wie immer mit dabei. Als Dombauvereinsmitglied unterstützte sie die Aktion vom ersten Tag an: "Ich mache hier Bratwurst und Glühwein, jedes Jahr wieder."

"Der Dombauverein braucht viele fleißige Helfer wie Gerda Winter", sagte die Erste Vorsitzende des Dombauvereins, Sabine Flegel. 30 Prozent der Einnahmen fließen dem Dombauverein zu. "Letztes Jahr waren es 750 Euro, damit rechnen wir dieses Jahr mindestens auch", sagte Flegel. Auch Kardinal Lehmann möchte mit seiner Teilnahme beim Verkauf den Ehrenamtlichen Danke sagen. "Das ist eine Wertschätzung für uns, dass er das tut", bemerkte Flegel.

Der Dombauverein besteht seit zehn Jahren und sammelt Gelder zur Erhaltung und Sanierung des Mainzer Doms. Bis jetzt sind laut Flegel in der gesamten Zeit 2,4 Millionen Euro zusammen gekommen. "Durch viele Aktionen wollen wir erreichen, dass die Bürger dieser Stadt als Zeichen der Solidarität Mitglied in unserem Verein werden", sagte Flegel.

Sabine Flegel, neue Vorsitzende des Dombauvereins, wurde gestern mit überwältigender Mehrheit gewählt. Auch Bernd Koslowski, Mitglied der Geschäftsleitung der Verlagsgruppe Rhein-Main (l.), und Domdekan Heinz Heckwolf gratulierten.Sascha Kopp
Sabine Flegel, neue Vorsitzende des Dombauvereins, wurde gestern mit überwältigender Mehrheit gewählt. Auch Bernd Koslowski, Mitglied der Geschäftsleitung der Verlagsgruppe Rhein-Main (l.), und Domdekan Heinz Heckwolf gratulierten.Sascha Kopp

Einsatz für "Herz der Stadt"
20.11.2009 - MAINZ
Quelle: www.allgemeine-zeitung.de


Von Bernd Funke

DOMBAUVEREIN Mitglieder wählen Sabine Flegel zur Vorsitzenden

"Der Dom ist das Herz unserer Stadt - und dieses Herz darf nie aufhören zu schlagen", appellierte Sabine Flegel, die stellvertretende Vorsitzende, an die weit mehr als 200 Mitglieder des Dombauvereins, den die Gonsenheimer Ortsvorsteherin seit einigen Monaten kommissarisch führte. Vor zahlreichen Ehrengästen im Ketteler-Saal des Erbacher Hofs dankte Flegel gestern Abend vor allem den Geldgebern und Sponsoren, aber auch ihrem Medienpartner im Jubiläumsjahr des Doms, der Verlagsgruppe Rhein Main, die durch das Mitglied der Geschäftsleitung, Bernd Koslowski, vertreten war. Die Geschäftsberichte konnten positiver nicht ausfallen: Die Mitgliederzahl stieg auf 2 191, das Bankguthaben beläuft sich derzeit auf mehr als 2,1 Millionen Euro. Der scheidende Schatzmeister Karl-Heinz Hummel legte einen Überschuss von 419 156 Euro und damit einen Zuwachs von 145 000 Euro gegenüber dem Vorjahr offen. Einstimmig erteilte die Mitgliederversammlung dem Vorstand Entlastung, bevor Bürgermeister Norbert Schüler die Wahlleitung übernahm. Sabine Flegel, seit 2005 im Vorstand, wurde per Handzeichen mit überwältigender Mehrheit zur Nachfolgerin von Rainer Laub gewählt, der sein Amt (die AZ berichtete) im vergangenen Monat niedergelegt hatte. Auch die übrigen Wahlen (s. Infokasten) erfolgten nahezu einstimmig.

Flegels Dank galt Laub, dem "Motor im Vorstand". Mit einem Abschiedsgeschenk, einem Stahlstich des Doms aus dem Jahre 1860, verband Flegel den Wunsch für Laub, "dass die Menschen wieder lernen, mit dem Herzen zu sehen".

Als "fabelhaft" lobte Bernd Koslowski die Medienpartnerschaft zwischen der Allgemeinen Zeitung , dem Bistum und dem Dombauverein, den er als "überkonfessionelle Mainzer Bürgerbewegung" bezeichnete. Koslowski erinnerte auch mit Hilfe von projizierten Bildern nicht nur an die Dombeilage der AZ, die in einer Auflage von rund 250 000 Exemplaren begehrter Lese- und Informationsstoff war und mittlerweile in Buchform erschienen ist. Domdekan Heinz Heckwolf dankte der AZ vor allem für die gemeinsam mit dem Dombauverein initiierte eigene Veranstaltungsreihe zum Domjubiläum, die überaus erfolgreich gewesen sei. Er sei, so Heckwolf, "überrascht und berührt" gewesen vom großen Interesse der Bevölkerung und sprach von einer "sehr erfolgreichen Jubiläumszeit".

Das bestätigte auch Bernd Koslowski, er sprach von einem "unkomplizierten Miteinander" und bekannte, Bezug nehmend auf den Slogan "Der Dom braucht viele Freunde": "Wir sind stolz, dass die Verlagsgruppe Rhein Main sich zu den Freunden zählen kann."

250000 Euro für die Domsanierung
13.11.2009 - MAINZ
Quelle: www.allgemeine-zeitung.de


(mon). "Es war ein Riesenerfolg, mit dem wir so nicht gerechnet haben." Begeistert zieht Sabine Flegel, stellvertretende Vorsitzende des Mainzer Dombauvereins, ein erstes Fazit des Domjubiläums. Nach ihren Angaben hat der Verein im ablaufenden Jahr rund 250000 Euro Spenden gesammelt, die der Domsanierung zu Gute kommen. Zugleich habe der Verein rund 200 neue Mitglieder gewonnen. Dazu trug wohl auch ein reichhaltiges Veranstaltungsprogramm bei, das der Verein in Medienpartnerschaft mit dieser Zeitung organisierte. Über 5000 Interessierte nahmen teil. "Wir haben nicht nur die Köpfe, sondern auch die Herzen erreicht."

Zum Angebot zählten etwa exklusive Domführungen mit Domkonservator Dr. Hans-Jürgen Kotzur, eine Kinder-Uni mit Domdekan Heinz Heckwolf, ein Open-Air-Konzert des Polizeiorchesters Rheinland-Pfalz und die Aufführung des Oratoriums "Elias" von Mendelssohn-Bartholdy vom Philharmonischen Orchester des Mainzer Staatstheaters mit den Chören am Dom.

Zum Engagement dieser Zeitung gehörte die Erstellung einer Beilage mit Beiträgen von Kardinal Lehmann und namhaften Historikern sowie Gesprächen mit Generalvikar Dietmar Giebelmann und Domdekan Heckwolf. Wegen großer Nachfrage liegt die Zusammenstellung, die auch die kunsthistorischen Schätze des Doms anschaulich präsentiert, inzwischen als Broschüre vor.

 

Dombauverein Mainz e.V.

Leichhof 26 A

55116 Mainz

Tel:  06131 - 253 415

Fax: 06131 - 253 411