Dombauverein ist Mitfinanzierer für die Erneuerung der Turmspitze

Bild: Harald Kaster (vrm)
Bild: Harald Kaster (vrm)

Mainzer Domsanierung: Turmspitze hebt bald ab und wird durch Kopie ersetzt - Markt ab 8. Juli teilweise gesperrt

 

01.07.2013 04:45 Uhr - MAINZ

Von Monika Nellessen

Quelle: www.algemeine-zeitung.de


Ab nächster Woche werden nicht nur kleine Jungs auf dem Markt Bauklötze staunen. Dann beginnt die „wohl aufwändigste, bestimmt aber spektakulärste Einzelmaßnahme im Rahmen der Domsanierung“, sagt Sabine Flegel, Vorsitzende des Dombauvereins: Die 7,50 Meter hohe und 22 Tonnen schwere Spitze des Westturms wird abgehoben und durch eine von der Dombauhütte gefertigte Kopie ersetzt.

Der Dombauverein finanziert diesen mit 500.000 Euro veranschlagten Teil der Domsanierung mit Hilfe von Einzelspenden und Sponsoren wie der VR-Bank.

Dombauverein: Stand vor AZ-Kundencenter

Die AZ als Medienpartner unterstützt das Engagement nicht nur in der Berichterstattung: An Markttagen steht vor dem AZ-Kundencenter ein Stand des Dombauvereins, an dem Ehrenamtliche des Vereins die aktuellen Schritte des Austausches der Turmspitze erklären (und sich über Vereinsbeitritte freuen).

Die ersten drei Wochen der Sommerferien (8. Juli bis voraussichtlich 29. Juli) sind für das abenteuerliche Unternehmen in 83 Meter Höhe reserviert. Beim Austausch der Turmspitze hat ein Mega-Kran der Firma Riga Premiere, der auf eine Länge von 120 Metern ausgefahren werden kann. In den letzten Wochen wurden drei Riga-Fahrer beim Hersteller Liebherr in Ehingen für die anspruchsvolle Aktion geschult.

Wo der Riesen-Kran vor der Gotthard-Kapelle positioniert wird, immerhin 60 Meter Luftlinie vom Westturm entfernt, sind vier freigelegte Stellen im Pflaster zu sehen. Am Montag, 8. Juli, wird die Stellfläche vorbereitet, am Dienstag und Mittwoch werden die Kran-Teile antransportiert und vor Ort mit weiteren Hilfskränen montiert. Während der gesamten Bauphase wird der Platz aus Sicherheitsgründen mit Bauzäunen abgesperrt. An Markttagen müssen die Stände Richtung Liebfrauenplatz weichen. Der Dom ist ab 8. Juli montags bis samstags nur von sechs bis neun Uhr geöffnet (Zugang Liebfrauenportal). Nur sonntags bleibt es bei den üblichen Öffnungszeiten.

Sägearbeiten dürften am Dienstag anfangen

„Der Zeitplan steht, wir sind gut vorbereitet“, meint Domdekan Heinz Heckwolf. Ab 8. Juli steht er oder einer seiner Mitarbeiter täglich um 11 Uhr in der Dominformation zur Verfügung, falls es aktuelle Fragen von Anwohnern und Geschäftsleuten gibt.

Erste Vorbereitungen am Westturm sind schon an diesem Montag zu beobachten. Denn bevor die neue Turmspitze kommt, muss die alte abgebaut werden. Jörg Walter, Steinmetz der Dombauhütte und sein Team, zerlegen den steinernen Aufbau horizontal in zwei Teile. Ein Fall für Diamant-Kettensägen. Da nass geschnitten wird, werden erst zwischen Himmel und Erde Leitungen und eine Wanne montiert, die das Wasser auffängt. Die Sägearbeiten dürften am Dienstag losgehen. Und was passiert, wenn es um die dann lose aufliegende Domspitze stürmt? „Das hält die aus“, lacht Walter: „Aber wir legen sicherheitshalber mal ein paar Gurte drum.“

Bei Unwetter kann an der Domspitze nicht gearbeitet werden

 

Gewitter und Sturm könnten aber den exakt ausgearbeiteten Zeitplan durcheinanderbringen. Denn wenn es blitzt und donnert, kann nicht an der Domspitze gearbeitet werden. Laut Plan werden am Donnerstag, 11. Juli, Schalungsteile der Spezialfirma Doka angeliefert, in die sowohl die alte Domspitze als auch ihre Nachfolgerin eingepackt werden, bevor sie ihren Weg nach unten beziehungsweise nach oben nehmen. Am Montag, 15. Juli, wird der obere Teil der Turmspitze abgehoben, am 17. Juli folgt der zweite Teil. Am 22. und 23. Juli wird dem Dom der „neue Hut“ aufgesetzt. Derzeit wartet die neue Turmspitze noch in einer Stadtwerke-Halle in der Oberen Austraße. Auch für die nachts vorgesehenen Transporte zum Dom war es nötig, dass Walter und sein Team die Kopie aus Odenwälder Sandstein in zwei Elementen fertigten. Das höhere misst 4,50 Meter und passt so knapp unter der 4,97 Meter hohen Rathausbrücke hindurch.

Wann und wie der von den Mainzer geliebte „Domsgickel“ wieder einschwebt, steht übrigens noch nicht fest. „Entweder fliegt er zusammen mit dem Kreuz per Kran nach oben“, überlegt Jörg Walter. „Oder der Gickel fährt Aufzug vom Leichhof aus.“

Bild: Harald Kaster, VRM
Bild: Harald Kaster, VRM

Mainzer "Domsgickel" wird während der Arbeiten an Domspitze saniert und vergoldet

Quelle: www.allgemeine-zeitung.de

 

28.02.2013 - MAINZ

Von Jens Grützner

 

Sabine Flegel hätte den „Domsgickel“ am Mittwochmittag gerne auf 35 Metern Höhe über dem Südquerhaus mit in Empfang genommen. Als Vorsitzende des Dombauvereins, der die Finanzierung der neuen Spitze des Mainzer Wahrzeichens finanziert, war sie auch zu dieser Aktion eingeladen. „Aber man hat uns für 13 Uhr bestellt“, sagt Flegel um 13.30 Uhr am Eingang zum Chorhaus. Zu spät also.

Als Steinmetz Jörg Walter in dieser Minute mit dem Wetterhahn über der Schulter an Flegel vorbei Richtung Dombauhütte spaziert, knirscht sie etwas mit den Zähnen. Walter hatte den „Domsgickel“ kurz vorher mit anderen Arbeitern in 82 Metern abmontiert. Im Zuge der Bauarbeiten an der Domspitze wird der Vogel saniert und neu vergoldet.

Ja, Domdekan Prälat Heinz Heckwolf hatte es eilig gehabt. Nachdem die knapp 20 angemeldeten Journalisten schon um 12.45 Uhr alle mit dem Lastenaufzug auf die Bühne in 35 Metern Höhe gefahren waren, sagte Heckwolf beim Blick auf die Uhr: „Oh, wir sind eine Viertelstunde zu früh, aber wir lassen den Gickel schnell runterkommen, damit die da oben weiterarbeiten können.“ Zeit ist Geld.

 

„Guter Blick auf Aktion“

 

Zu dieser Zeit standen Sabine Flegel und einige ihrer Mitstreiter unten auf dem Leichhof. „Aber wir haben von hier wenigstens mit vielen Mainzern zusammen einen guten Blick auf die Aktion gehabt.“ 1954 war der Wetterhahn letztmals von seinem Platz auf dem Westturm des Doms genommen und verschönert worden. Vergoldungen wurden zuvor schon 1845, 1901 und 1926 durchgeführt. J.G. Hebel hatte das stilisierte Federvieh 1773 gefertigt. Es ist 95 Zentimeter hoch, 1,12 Meter breit und wiegt zwischen 30 und 40 Kilo. Kopf, Rumpf und Beine des „Domsgickels“ sind aus Kupferblech getrieben, die Schwanzfedern aus Blech. Im Wetterhahn stecken Urkunden aus den vergangenen Jahrhunderten. Auf das Blech haben sich in luftiger Höhe Arbeiter namentlich verewigt. Etwa ein „Paul Mantel“ gleich zweimal. Unter einem Steinmetzzeichen steht die eingeritzte Jahreszahl 1845.

„Der Stiel wird erneuert, da ist etwas laienhaft gebastelt worden“, sagt der Gonsenheimer Schmied Michael Gradinger. „Ansonsten sieht das betagte Vieh gut aus“, so Steinmetz Jörg Walter. Neue Kugellager müssen noch rein.“ Damit sich der Hahn wieder leicht im Wind drehen kann. Gradinger wird „Domsgickel“ eine neue Halterung aus Edelstahl verpassen. Die Vergoldung nimmt der Alzeyer Karl-Günter Rohr vor.

Frühe Generalprobe

Um 10.30 Uhr war der Schmied am Mittwochmorgen schon an der Turmspitze gewesen. „Wir haben probiert, ob der Hahn abgeht“, sagt er. „Sonst wäre das jetzt vielleicht peinlich geworden.“

Jörg Walter schaut bei lediglich zwei Grad über dem Südquerhaus des Doms bereits mit Spannung dem Juli entgegen. Dann soll die 7,50 Meter hohe, 22 Tonnen schwere Turmspitze auf den Westturm gehievt werden. Dafür wird ein Kran in 60 Metern Entfernung zur Spitze auf dem Marktplatz postiert, ein 120-Meter-Auslieger benötigt, um den Untergrund des „Domsgickel“ aufzusetzen. „Das wird knackig“, sagt der Steinmetz. Was die kommenden Jahre betrifft, gäbe es dann keine Aktion mehr, die statisch bedenklich ist. „Dann geht es wieder darum, partiell Steine auszutauschen“, so Walter. Und auch Sabine Flegel freut sich schon auf die neue Turmspitze, die in der Neustadt in einer Lagerhalle der Stadtwerke steht. „Da machen wir ein schönes Event draus“, sagt die Dombauvereins-Vorsitzende und Gonsenheimer Ortsvorsteherin. Wenn Domdekan Prälat Heinz Heckwolf nicht zu früh loslegt.

 

Der eigerüstete Westturm
Der eigerüstete Westturm

 

Domdekan Heckwolf und Baudirektor Krämer erläuterten Schäden am Dom-Westturm

 

Mainz. Der Mainzer Dombauverein wird die Erneuerung der Spitze des Westturms des Mainzer Doms finanzieren. Das gab der Mainzer Domdekan, Prälat Heinz Heckwolf, bei einer Pressekonferenz am Mittwoch, 24. August, im Dombauamt in Mainz bekannt. Die Kosten für die Erneuerung der Domturmspitze belaufen sich auf rund 120.000 Euro. Bei der Pressekonferenz erläuterten Heckwolf und Baudirektor Johannes Krämer, Dezernent für Bau- und Kunstwesen im Bistum Mainz, die Schäden am Westturm des Domes. Der von Ignatz Michael Neumann 1774 errichtete Westturm ist mit 83 Metern der größte und höchste der sechs Mainzer Domtürme.

Die Spitze des Westturms müsse erneuert werden, da die Stabilität des Turmhelms nicht mehr gewährleistet werden könne, sagte Krämer. Unter anderem sei der Ringanker, der die Konstruktion hält, gerostet und das Mauerwerk an vielen Stellen aufgeplatzt. Die 7,5 Meter hohe und 22 Tonnen schwere Turmspitze wird aus sieben neuen Steinen zusammengesetzt. „Die Steine wurden bereits in einem Steinbruch bei Miltenberg gesprengt", sagte Jörg Walter, Steinmetz von der Mainzer Dombauhütte.

In der Firma Zeller Natursteinwerke, die ihren Sitz in Umpfenbach bei Miltenberg in Unterfranken hat, werden die Steine - soweit machbar - derzeit vorgeschnitten, bevor sie nach Mainz geliefert und fertig bearbeitet werden. „Wir planen, dass die Steine Ende September, Anfang Oktober dieses Jahres kommen", sagte Walter. Dann werden die Steinmetze der Mainzer Dombauhütte eine Kopie der kompletten Domspitze erstellen. Im nächsten oder übernächsten Jahr soll dann die Turmspitze mit Hilfe eines Spezialkrans in einer mehrtägigen Aktion ausgetauscht werden. Die Gesamtsanierung des Westturms wird voraussichtlich rund fünf Jahre dauern.

 

Turm hat harmonisches Gesamtbild

 

Darüber hinaus wies Krämer darauf hin, dass sich der Westturm trotz dreier verschiedener Baustile - Romanik, Gotik und Barock - „zu einem harmonischen Gesamtbild" zusammenfüge. „Das ist das Besondere an diesem Turm", sagte er. Heckwolf und Krämer wiesen darauf hin, dass im Rahmen der letzen Domsanierung, die 1975 endete, Schäden an den Steinen nicht durch Steinaustausch, sondern durch Auftragen der Steinersatzmasse Mineros erfolgt sei. Es habe sich herausgestellt, dass sich die Masse nicht mit den Steinen vertrage und nun wieder in „mühevoller Kleinarbeit" abgetragen werden müsse. Die Domsanierung war im Jahr 2001 begonnen worden, die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 25 Millionen Euro. „Wir hoffen, nach 15 Jahren die Außensanierung abgeschlossen zu haben", sagte Heckwolf.

 

am(MBN)


Neue Lautsprecher- und Medienanlage des Mainzer Domes in Betrieb

Arbeiten bei der neuen Medienanlage
Arbeiten bei der neuen Medienanlage

 

Finanzierung durch den Dombauverein / Steuerungszentrale in der Bischofsgruf

 

Mainz. Die neue Lautsprecher- und Medienanlage ist seit dem vergangenen Wochenende (Samstag, 23. Oktober) in Betrieb. Neben einer neuen Lautsprecheranlage, die das veraltete System ersetzt, wurde eine moderne Medientechnikanlage im Dom installiert, so dass neben der besseren Akustik für die Besucher unter anderem auch bessere Kommunikationsmöglichkeiten von Musikern und Zelebranten untereinander und bessere Bedingungen für Live-Übertragungen von Gottesdiensten im Fernsehen oder Internet geschaffen wurden. Finanziert wurde die rund 700.000 Euro teure Anlage, die seit Juli eingebaut wurde, vom Mainzer Dombauverein. Bei einem Rundgang am Donnerstag, 28. Oktober, mit Projektleiter Manfred Eiffinger informierten sich der Mainzer Domdekan, Prälat Heinz Heckwolf, und die Vorsitzende des Mainzer Dombauvereins, Sabine Flegel, zusammen mit Geschäftsführer Horst Ernerth vom ausführenden Unternehmen, BFE Studio und Medien Systeme GmbH aus Mainz, über die neue Anlage.

Es sei darauf geachtet worden, die Technik so unauffällig wie möglich in den Dom zu integrieren, sagte Heckwolf. Insgesamt wurden rund 32 Kilometer Kabel im Dom verlegt. So passten sich die neuen schwarzen Lautsprecher optisch sehr gut in den Dom ein und auch die eingebauten Kameras seien nahezu unsichtbar, sagte Heckwolf. Künftig können Journalisten etwa über Kabeltanks im Boden des Domes Predigten oder Vorträge direkt über die Medienanlage aufnehmen. Auf diese Weise wird es auch nicht mehr notwendig sein, bei Gottesdienstübertragungen oder besonderen Veranstaltungen lange Kabel im Dom zu verlegen. Auch neue Liedanzeigetafeln und eine Induktionsschleife für Schwerhörige in der vorderen Hälfte des Hauptschiffes gehören zu den Neuerungen. Die Steuerungszentrale für die aufwändige Technik befindet sich in einem Seitenraum der Bischofsgruft.

Bei den Weihnachtsgottesdiensten werden erstmals in den Seitenschiffen insgesamt sechs Monitore aufgestellt, damit die Besucher überall im Dom das Geschehen am Hauptaltar verfolgen können, kündigte der Domdekan an. „Es hat schon Anfragen von anderen Domen gegeben, die sich für unsere neue Technik interessieren", sagte Heckwolf. Sabine Flegel dankte den ausführenden Unternehmen für „die herausragende Arbeit, die hier geleistet worden ist". Und weiter: „Es ist wichtig, dass wir als Mainzer Dombauverein in diesem Bereich Akzente setzen konnten." Jeder Dombesucher werde wahrnehmen können, dass sich die Akustik im Dom verbessert habe.

tob (MBN)

Exklusive Domführung mit Dompfarrer Dr. Weinert mit den Neumitgliedern. 

Dombauverein Mainz e.V.

Leichhof 26 A

55116 Mainz

Tel:  06131 - 253 415

Fax: 06131 - 253 411